Clownis Welt
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Re: Clownis Welt
von pausenclown am 09.09.2026 15:27Hallo Sterntaler.
Danke für deine Rückmeldung.
Hallo Nusskeks.
Es geht mir nicht um eine Aussage, sondern dass ich ab und an diese einfach übernehme und irgendwann den Punkt und das Gelernte überprüfet.
Shalom Pausenclown
Re: Clownis Welt
von nusskeks am 09.09.2026 14:38pausenclown: Kennt ihr solche Momente auch?
Ja. Sowohl bei mir als auch bei anderen Jesusnachfolgern. Es ist erhellend, manchmal leicht erschütternd und immer lehrreich. Ein Ansporn, es Apg 17,11 nachzumachen. Alles prüfen. pausenclown: Und das sei damals so gewesen, quasi historischer Fakt.
Der Autor selbst (falls wir von der selben Person sprechen) hat seine Aussagen in den aktuelleren (englisch-sprachigen) Ausgaben seines vierbändigen Werkes angepasst. Er spricht jetzt von einer eigenen Rekonstruktion dessen, was er in den Evangelien vorfindet. Spannend finde ich, dass es eine Prüfungen tatsächlich gibt, wenn jemand solche oder ähnliche Ansprüche erhebt, aber eben anders, als der Autor es besonders in den älteren und kurzen Versionen seines Werkes beschreibt.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Clownis Welt
von Sterntaler am 09.09.2026 10:35Lieber Pausenclown,
ja, das kenne ich auch. Ich finde es am Ende eine wertvolle Erfahrung, die einen vorsichtiger macht, weil man aus eigener Erfahrung weiß, wie sehr sich der Mensch irren kann.
Liebe Grüße
★★
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 09.09.2026 07:26Hallo.
Mein Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.
Vor etlichen Jahren habe ich in einer Vortragsreihe folgendes gelernt.
Die Schriftgelehrten hatten drei Phasen, in denen sie den Messias (Jesus) prüfen.
Und das sei damals so gewesen, quasi historischer Fakt.
Mir geht es eigentlich nicht um die Aussage eines Prüfverfahrens, sondern ich höre das und glaube es einfach und übernehme es.
Vor gar nicht allzu langer Zeit kam ich aus Neugier auf Idee, lässt sich die Aussage mit der jüdischen Tradition vereinbaren, ist diese Idee, so ein Verfahren zb. Im Talmud verankert? Nein.
Dann habe ich mich bei meinen Lehrern erkundigt, ebenfalls negativ.
Irgendwie bin ich über mich selbst erstaunt und suche die Gründe weshalb ich einfach übernommen habe, vielleicht hat es sich gut angehört, vielleicht weil diese Theorie so exklusiv klang, oder plausibel?
Deshalb kommt es vor, mein Wissen von heute ist der Irrtum von morgen.
Kennt ihr solche Momente auch?
Shalom Pausenclown
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 26.04.2026 17:35Hallo und herzlich willkommen in Clownis Welt.
Bestimmt liest der eine oder andere den Thread neben mit.
Was soll ich sagen, wir haben 2026 und führen immer noch solche Diskussionen.
Ganz ehrlich, mir ist das zu dumm und zu blöd. Über 20000 wurde Nikodemus angeklickt, danke für die Aufmerksamkeit.
Dennoch bin ich niemand, der anderen auf die Nerven gehen möchte. Dazu habe ich keine Lust Zeugs in Richtung Antisemitismus zu lesen.
Vielleicht schreibe ich irgendwann die Geschichte von Nikodemus weiter.
Und viel Erfolg auf irgendwelchen esoterischen Wegen hier.
Und viel Erfolg auf irgendwelchen esoterischen Wegen hier.
Wie auch immer Shalom.
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 23.04.2026 08:31Hallo und herzlich willkommen in Clownis Welt.
Die Postings davor waren nur eine lange Einleitung zum Thema:
Jesus und die Pharisäer.
Im Grunde könnte ich mit diesem Satz aufhören. Keine Ahnung, wie viele Sichtweisen es auf dieses Thema gibt.
Ich möchte niemandem vorschreiben, wie diese Beziehung beurteilt werden soll.
Eine sehr weit verbreitete Perspektive ist, die Beziehung ist von Feindschaft geprägt.
Shalom Pausenclown
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 23.04.2026 07:04Hallo und willkommen in Clownis Welt.
Jesus versuchte, mit Fragen zu fangen, kennt jemand diese Aussage, aus Predigten?
Aber wer kennt die Begriffe wie: Machloket le-schem schamajim, Pilpul oder Nisajon?
In der jüdischen Streitkultur sind das zentrale Begriffe. Machloket le-schem schamajim , frei übersetzt bedeutet, Streit um der Sache willen. Das Prinzip besagt, dass eine Debatte dann heilig und dauerhaft ist, wenn sie der Wahrheitsfindung dient und nicht dem eigenen Ego oder Machtstreben. Es geht nicht zwangsläufig um Einstimmigkeit.
Es klingt vielleicht seltsam und für westliche Ohren nicht positiv auf die Probe stellen!
Pilpul (Pfeffer): Ist ein jüdisches Konzept den anderen im Gespräch oder in der Debatte auf die Probe zu stellen und seine Argumente herauszufordern.
Kal wa-Chomer (vom leichten zum Schweren): Dies ist die älteste der jüdischen Auslegungsregeln, die bereits zur Zeit Jesu von Gelehrten wie Hillel angewendet wurde. Es ist der Schluss vom Leichten auf das Schwere. Man prüfte ein Argument, indem man zeigte: "Wenn schon das kleine Gebot X gilt, wie viel mehr muss dann das große Gebot Y gelten!"
Zum verdeutlichen Matthäus 7.11.
Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!
Zum Schluss ein Spruch aus unserer Tradition:
Jeder Streit, der um des Himmels willen geführt wird, hat am Ende Bestand. Ein Streit aber, der nicht um des Himmels willen geführt wird, hat am Ende keinen Bestand.“
Dennoch gingen die Diskussionen mit und über Jesus über die übliche Streitkultur hinaus und man suchte nach Gründen, ihn zu verurteilen.
Vielleicht hilft es etwas zum Verständnis, wieso viele Dialoge zwischen Jesus und den Pharisäern so gelaufen sind.
Das sich ständig auf Probe stellen ist ein völlig normaler Vorgang.
Shalom Pausenclown
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 21.04.2026 13:45Hallo und herzlich Willkommen in Clownis Welt.
Wenn Israel nur zwei Sabbate hintereinander vorschriftsmäßig halten würde, würde es sofort erlöst werden.
Das ist einer der Ziele der Pharisäer, mit erlöst bezieht sich, auf die Ankunft des Messias.
Die theologische Idee und die Umsetzung geht auf Getreu dem Prinzip „Ein Königreich von Priestern“ (Exodus 19,6) zielten sie darauf ab, ethische und rituelle Reinheit in jede Handlung des täglichen Lebens zu integrieren, nicht nur im Tempel.
Generell kam es zur Verschiebung weg vom Tempel hin zur Synagoge und zum Heim.
Ein Mittel zur Umsetzung war die Mishna und die Auslegung der Gebote, diese sollten lebbar und praxisorientiert sein.
Eine Lesart dazu ist, sie haben bewusst und aus Boshaftigkeit dem Volk Lasten auferlegt.
Eine weitere, gut gedacht und schlecht gemacht.
Ein weiterer Säule der Pharisäer und ihre Ziele war:
Pikuah Nefesh, frei übersetzt: Schutz des Lebens, das besagt, dass die Rettung eines Menschenlebens fast alle anderen religiösen Gebote außer Kraft setzt. Es leitet sich aus der Überzeugung ab, dass das Leben heilig ist.
Dieses Prinzip leitet sich von 3 Mose 18,5 ab.
Ihr sollt meine Gesetze und Rechtsvorschriften halten. Der Mensch, der sie tut, wird durch sie leben.
Bestimmt habt ihr das Bild im Kopf, wo die Schriftgelehrten die Ehebrecherin zu Jesus brachten.
Steinigen?
Hier ein Zitat:
Ein Sanhedrin (Gerichtshof), der einmal in sieben Jahren einen Menschen hinrichtet, wird als ‚mörderisch‘ (oder zerstörerisch) bezeichnet.
Rabbi Elazar ben Asarja sagt: Sogar einmal in siebzig Jahren.
Rabbi Tarfon und Rabbi Akiva sagen: Hätten wir im Sanhedrin gesessen, wäre niemals ein Mensch hingerichtet worden.“
Shalom Pausenclown
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 16.04.2026 16:23Hallo und herzlich willkommen in Clownis Welt.
Bevor ich über jüdische Streitkultur schreibe und zum Konflikt zwischen “Pharisäer” und Jesus komme, Schreibe ich etwas über das Verhältnis zwischen Sadduzäer und Pharisäer und Essener.
Dazu greife ich die Frage auf, welche Ziele die Pharisäer eigentlich verfolgten.
Wie schon öfters geschrieben, suchten und versuchten die Pharisäer, die Bibel in den Alltag zu integrieren.
Es ging um die praktische Auslegung der Gebote und was es im Alltag bedeutet, z.b was ist erlaubt und was ist verboten.
Jetzt gibt es wieder verschiedene Lesarten:
Sie wollten dem Volk Knechten und Lasten auferlegen….
Eine weitere Lesart stammt aus den Qumranrollen und den Essenern:
Pharisäern, als „Sucher nach glatten Dingen.
Vielleicht ist das für einige Leser ein seltsamer Vorwurf, es bedient nicht die übliche Sicht auf Pharisäer.
Die Essener kritisierten, dass die Pharisäer „glatte“ oder „schmeichelhafte“ Interpretationen lieferten, die das Gesetz aufweichten oder Lücken suchten, um es für die breite Bevölkerung praktikabler zu machen.
Die Essener gingen soweit das sie Pharisäer mit einem Wortspiel veralberten.
Während die Pharisäer ihre Auslegungen als Halachot (Rechtsvorschriften) bezeichneten, nannten die Essener sie verächtlich Chalakot (glatte/schlüpfrige Dinge).
Aus Sicht der Essener waren diese Auslegungen eine Form von religiöser Korruption und Irreführung. Sie empfanden die pharisäische Lehre als zu kompromissbereit gegenüber dem Zeitgeist (Hellenisierung) und der politischen Führung.
Hä, wie bitte??
Mal ehrlich, ist das nicht ein Unterschied zu vielen Predigten, in denen Pharisäer vorkommen?
Das Verhältnis der Sadduzäer zu den Pharisäern:
Zur Zeit Jesu war das Verhältnis zwischen den Sadduzäern und den Pharisäern von tiefem Misstrauen und religiös-politischen Spannungen geprägt. Die Sadduzäer, die sich primär aus der wohlhabenden Priesteraristokratie und Oberschicht zusammensetzten, betrachteten die Pharisäer oft mit einer Mischung aus Geringschätzung und politischer Notwendigkeit.
Dazu lehnten sie die mündliche Torah ab und glaubten nicht an die Auferstehung der Toten und nicht an Engeln und Dämonen.
Diese Sichtweise der Sadduzäer quittierten die Pharisäer auf diese Weise:
In der Mishna Traktat Sanhedrin wird explizit festgehalten, dass diejenigen, die sagen, die Auferstehung der Toten stehe nicht in der Torah, haben keinen Anteil an der kommenden Welt.
Ein kleiner Gruß an die Sadduzäer.
Shalom Pausenclown
Re: Clownis Welt
von pausenclown am 16.04.2026 09:14Hallo und herzlich willkommen in Clownis Welt.
Ok, nicht die Juden, aber vielleicht die Pharisäer?
Wie ich schon im letzten Posting geschrieben habe, gab es 7 Arten von Pharisäer.
Aber auch theologisch war es keine homogene Gemeinschaft.
Es gab keine Dogmen, eine verbindliche Satzung, die für alle Pharisäer gültig war.
Vielleicht stellt man es sich so vor, dass aus Jerusalem Weisung kam.
Ein Blick in die damalige Zeit, genauer gesagt, etwas vor Jesus.
Es gab zwei Richtungen bzw. zwei große Schulen.
Das Haus Hillel und das Haus Schammai.
Zur Zeit Jesu gab es in der Tat intensive Diskussionen unter den Schriftgelehrten über die Hierarchie und Auslegung der Gebote.
Ein Streitpunkt war der Streit um die leichten und schweren Geboten.
Es ging um die Frage: Was ist wichtiger Moral- oder Ritualgesetz?
Und diese Frage bzw der Konflikt ist die Trennlinie zwischen den beiden Häusern.
Hillels Standpunkt:
Was dir selbst verhasst ist, das füge auch keinem anderen zu – das ist die ganze Thora, der Rest ist nur Erläuterung“. Für Hillel standen die Moral- oder Sozialgesetze im Vordergrund.
Schammai:
Die Ritualgesetze und ihrer Auslegung und Befolgung.
Seine Position war zur Zeit Jesu unter den Pharisäern stark verbreitet.
In diesen ganzen Fragen und Konflikten, Jesus oft hineingezogen und nach seiner Position gefragt, eher Hillele oder Schammai, eher Ritual oder Moral/Sozialgesetz?
Zb um die Frage nach dem Scheidebrief Matthäus 19.
Eine sehr heiß diskutierte Frage zur Zeit Jesu und unter den zwei Häusern.
Was uns Juden eigentlich sehr gut beschreibt, ist diese Floskel: Eine Frage und sieben Antworten.
Jesus wurde gefragt, warum sich seine Jünger vor dem Essen nicht die Hände waschen.
Auch darüber gab es keine einheitliche Antwort, es gab einen Konsens:
Erstes Wasser Recht, letztes Wasser Pflicht.
Auf deutsch: Vor dem Essen kann man sich die Hände waschen und nach dem Essen ist es Pflicht.
Shalom Pausenclown


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