Wenn du willst, so kannst du!

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Merciful

55, Männlich

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Beiträge: 2549

Wenn du willst, so kannst du!

von Merciful am 05.10.2026 12:47

Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voller Aussatz.
Als der Jesus sah, fiel er nieder auf sein Angesicht und bat ihn und sprach:
Herr, willst du, so kannst du mich reinigen.
 
Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach:
Ich will's tun, sei rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm.
 
(Evangelium nach Lukas 5,12-13; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Dass Jesus zu heilen vermag, stand für diesen Menschen außer Frage.
 
Er macht aber aus seinem Anliegen keine Forderung.
 
Er verfügt nicht eigenmächtig über jene Kraft Jesu.
 
Herr, willst du, so kannst du mich reinigen.
 
Jesus wollte, rührte ihn an und sprach.
 
Die demütige und gläubige Bitte findet Gehör.
 
Sowohl das Anrühren als auch die Ansprache scheinen hier von Bedeutung zu sein.
 
Das Wort Jesu wirkt unmittelbar, sogleich wich der Aussatz von jenem Menschen.
 
Ich habe mich gefragt: Wie lesen wohl Menschen heute einen solchen Bericht?
 
Ich stelle mir unterschiedliche Gruppen von Menschen vor.
 
Eine Gruppe von Menschen glaubt nicht, dass solches damals geschah.
 
Eine andere glaubt, dass solches damals geschah, jedoch heute nicht mehr geschieht.
 
Wieder eine andere glaubt, dass es damals geschah und auch heute so geschehen könnte.
 
Vielleicht gibt es auch eine Gruppe, die solche Heilungen heute erlebt hat und davon Zeugnis ablegt.
 
Was aber glauben wir?
 
Merciful

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nusskeks

56, Männlich

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Beiträge: 798

Re: Wenn du willst, so kannst du!

von nusskeks am 05.10.2026 13:11

Ich glaube, dass Jesus der Messias ist. Er ist Gott. Gott ist Liebe. Jesus liebt die Menschen, kam auf diese Erde um Erlösung zu ermöglichen. Jesus heilte, weil er die Menschen liebt. Das zeigt auch: Er ist der Messias, von dem die Propheten sprechen und auf den auch Israel wartete.

Das Jesus damals heilte, glaubt man der Überleiferung, oder eben nicht. Beweisen kann man es nicht. Erzwingen kann man dieses Vertrauen auch nicht. Es muss von Gott geschenkt werden. Dann nimmt man es an, oder weigert sich. Bei den Heilungen die Jesus durchführte, gab es keine Versuche, keine Fehlschläge. Er konnte damals alles und jeden heilen. Und er tat es auch. Denn die Zeit des Messias war gekommen. Der Neue Bund wurde vorbereitet und geschlossen. In Jesus Christus.

Und heute? Schaue ich mir die Schriften nach Pfingesten an, so finde ich Heilungen und Menschen, die nicht geheilt wurden. Das entspricht dem, was ich heute sehe. Heilung ist also noch da. Körperliches Leid und Verfall sind ebenfalls noch da. Daran hat sich bis nichts geändert. Wonach wählt Gott aus, wen er wann, wovon heilt und wen nicht? Das weiß ich nicht. Dieses Wissen würde mir vermutlich auch nicht helfen.

Hilfe bekomme ich von Aussagen wie in Römer 8,28 die ich auf mich beziehe. Alles muss mir zum besten dienen. Auch meine Krankheiten und Einschränkungen. Gott sei Dank.

Hoditai, Mensch des Weges 
One of Israel

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Merciful

55, Männlich

  Urgestein

Beiträge: 2549

Re: Wenn du willst, so kannst du!

von Merciful am 06.10.2026 20:01

Danke dir, nusskeks, für deinen Beitrag.
 
Ich denke gerade an einen Vers im Evangelium nach Markus.
 
Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, dass er ihn umbrächte.
Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!
Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.
Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
 
(Evangelium nach Markus 9,22-24; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Wenn du aber etwas kannst - sehen wir den Unterschied zu jenem Glauben, den ich im ersten Beitrag zitierte?
 
Jener Mensch sagte: Wenn du willst, so kannst du!
 
Hier aber: Wenn du etwas kannst, so erbarme dich! Und dann: Ich glaube, hilf meinem Unglauben!
 
Diese Mischung aus Glauben und Unglauben meine ich auch in meiner Seele festzustellen.
 
Prinzipiell glaube und fühle ich, dass Gott auch heute wirkmächtig zu heilen vermag.
 
Wenn es aber konkret wird, glaube ich es doch nicht so recht, richte mein Augenmerk dann eher auf menschliche Möglichkeiten.
 
Freilich, der Mensch hat auf dem Gebiet der Medizin große Fortschritte erzielt und diese Fortschritte haben manchen Segen gebracht.
 
Mein Verstand sagt mir, dass das eigene Verhalten und Selbstheilungskräfte des menschlichen Organismus eine bedeutende Rolle spielen.
 
Und doch meine ich zu sehen, dass Aufklärung und Rationalismus ihre Spuren hinterlassen haben in der Prägung menschlichen Denkens.
 
Könnte es nicht sein, dass wir es schlicht verlernt haben, einfach und kindlich und vertrauend auf Gottes Kraft zu hoffen?
 
Könnte es nicht sein, dass unser Unglaube ("Hilf meinem Unglauben!") Gottes Wirken in heutiger Zeit blockiert?
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.10.2026 20:05.

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