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Merciful

55, Männlich

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Re: Gedanken zum: Das Gleichnis vom anvertrauten Geld

von Merciful am 03.09.2022 11:57

Sara schrieb: Mein Denken ist (noch) immer sehr vom "richtig machen" geprägt.

Liebe Sara,
 
dies ist ja auch gut so.
 
Es ist verständlich, dass wir Menschen es uns wünschen, Gott ausschließlich als den liebenden Vater zu sehen.
 
Der uns liebt, weil er die Liebe ist und wir seine Geschöpfe sind.
 
In der Erzählung etwa vom verlorenen Sohn begegnet Gott als liebender Vater.
 
Der seinen Sohn annimmt, liebt und ihm vergibt - obwohl dieser das Erbe sinnlos vergeudet hatte.
 
Der Sohn hatte sich nicht als 'tüchtiger Knecht' erwiesen, der die ihm anvertrauten Gaben vermehrt hätte.
 
Die Rede Jesu von Gott ist also auch nicht einheitlich - wenn man dies so sagen darf.
 
In jenem Gleichnis haben die tüchtigen Knechte Lob von ihrem Herrn erhalten.
 
An einer anderen Stelle sagt Jesus:
 
So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht:
Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.
 
(Evangelium nach Lukas 17,10; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Hier erhalten die Knechte nicht einmal ein Lob.
 
Vielmehr sollen sie sich selbst unnütze Knechte heißen, die lediglich taten, was sie zu tun schuldig waren.
 
Insofern: Jesus verkündigt Gott sowohl als den seine Kinder liebenden Vater -
 
als auch als den seinen Geschöpfen und Knechten gebietenden Herrn des Himmels und der Erde.
 
Daher ist es gut und richtig, wenn wir auf Gott vertrauen, der uns in Christus annimmt und liebt -
 
und zugleich seine Gebote achten und befolgen.
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.09.2022 12:01.

Pneuma
Gelöschter Benutzer

Re: Betrachtungen als Christ an Wochentagen

von Pneuma am 03.09.2022 08:21

Betrachtung am 3. September - Gott lässt unsere Fehler zu

 

Kein Sterblicher ist, ach, von Fehlern frei,
So lang er nicht vollendet seine Bahn;
Doch wenden, rein zu werden, Fleiß sie an,
Stehst, Herr, du huldreich deinen Dienern bei.

1. Vollkommen zu werden ist die Aufgabe des christlichen Lebens. Wie sehr wir aber immer nach der Vollkommenheit ringen, sind dennoch in diesem Leben selbst die größten Heiligen nicht gänzlich frei von allen Fehlern, wie einer der größten von ihnen bezeugt, wenn er in Jakobus 3,2a spricht: "Denn wir alle verfehlen uns in vielen Dingen." Gott aber lässt es zu, dass wir mit Fehlern behaftet bleiben, damit wir seine liebevolle Güte erkennen, die uns mit so großer Geduld erträgt, wo wir oft uns selbst kaum ertragen können. Wir verzagen beim Anblick unserer Fehler, Gott aber hört darum nicht auf, uns zu lieben. Wie zart, wie liebevoll ist diese Güte!

2. Die zweite Ursache, warum Gott es zulässt, dass wir in diesem Leben nie gänzlich frei von Fehlern werden, ist, damit auch wir selbst die Fehler unserer Nächsten mit Geduld ertragen. Denn Gott ist ein Gott des Friedens und der Liebe, und will, dass seine Kinder durch die Bande einer vollkommenen Liebe vereint sein sollen, die sich nicht ohne Geduld ausüben lässt, weil alle Menschen ihre Fehler haben. Viel, ja sehr viel haben oft andere von uns zu leiden. Wie ungerecht also wären wir, wenn wir von niemand etwas ertragen wollten. Darum mahnt uns der Apostel und spricht in Galater 6,2: "Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen."

3. Die dritte Ursache schließlich ist, damit wir immer von Gottes Hilfe abhängig bleiben, und unsere Zuflucht zu seiner göttlichen Güte nehmen. Auch sind unsere Fehler gleich einem heilsamen Schleier, der unsere wenigen Tugenden vor uns verbirgt, uns vor Eitelkeit zu bewahren. Also wurde der große Weltapostel von beschämenden Versuchungen geplagt, damit er demütig verbliebe. Indessen verlangt Gott dennoch, dass wir allen Fleiß anwenden, unsere Untugenden abzulegen und täglich vollkommener zu werden, aber auch nicht verzagen, wenn wir zuweilen noch in Fehler verfallen. Denn sind anders wir guten Willens, so werden solche uns nicht schaden, sondern zur Übung unserer Demut und unseres Vertrauens auf Gottes väterliche Güte gereichen. Sprichwörter 24,16a: "Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht wieder auf."

Zitiert mit freundlicher Genehmigung, von Mathias Herget
https://www.marianisches.de/
(Thema wechselt Täglich und ist nicht gespeichert in der WebSeite.)

Liebe Grüße, Pneuma

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blessings44
Gelöschter Benutzer

Re: Fröhliche Worte, die wohl tun !

von blessings44 am 03.09.2022 08:12

Liebe

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.09.2022 08:22.

Sara

44, Weiblich

  Neuling

Beiträge: 5

Re: Gedanken zum: Das Gleichnis vom anvertrauten Geld

von Sara am 03.09.2022 07:55

Lieber Merciful,

danke für deinen Beitrag, er hat mich tatsächlich noch einmal auf eine ganz andere Spur gebracht. Mein Denken ist (noch) immer sehr vom "richtig machen" geprägt. Zu der Einsicht, dass ich um von Gott geliebt zu werden eigentlich nicht erst etwas "richtig machen" und mir Liebe und Gnade dadurch verdienen muss, ist es für mich ein weiter Weg. Und doch, oder gerade deswegen, hat der Gedanke so etwas unfassbar befreiendes und wohltuendes

In meiner Morgenandacht stand heute so ein wunderbarer, das Thema aufgreifender Segen:

"Gott, unser Vater, segne uns.
Beschenke uns mit deinen  Gaben, 
die wir uns nicht verdienen können.
Erfülle uns mit deiner Liebe,
damit wir ihr Übermaß erfassen.
Wecke in uns die Freude,
die über uns hinauswächst. 

Amen"

(Quelle: Te deum. Das Stundengebet im Alltag. September, hrsg. von Benediktinerabtei Maria Laach & Verlag Katholisches Bibelwerk, Maria Laach/Stuttgart 2022, S. 30)

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Leah
Gelöschter Benutzer

Re: Wahrheit im Evangelium nach Johannes

von Leah am 02.09.2022 22:37

Hallo Merciful, 
Stimmt, das hört sich nicht nach genau erkennen an. 
Andererseits heißt es:

1 Joh 2,20: Ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wisst alles.

Ich würde sagen, es kommt darauf an, um was es sich handelt.
Es gibt Dinge, die sehen wir ungenau und dabei bleibt es auch. Aber es gibt auch Dinge, die " WISSEN" wir ganz genau, WEIL UNS DER HEILIGE GEIST IN ALLE WAHRHEIT LEITET.

Daher wissen wir auch, was wir noch ungenu sehen und was wir genau erkennen und wissen durften.

Leah

Antworten Zuletzt bearbeitet am 02.09.2022 22:38.

chestnut
Administrator

63, Weiblich

  fester Bestandteil

Chatleitung

Beiträge: 726

Re: Wahrheit im Evangelium nach Johannes

von chestnut am 02.09.2022 22:32

Zum Spiegel:
Dazu muss man wissen, dass ein Spiegel der Antike in keinster Weise vergleichbar ist mit einem von heute.
Es waren meist geschliffene Metallplatten, in denen man sich gewissermassen sehen konnte. Also alles andere als genau.

Deshalb lautet der Bibelvers von 1. Kor. 13.12 in der Hoffnung für alle auch wie folgt:
Jetzt sehen wir nur ein undeutliches Bild wie in einem trüben Spiegel. Einmal aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen.
Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke, doch einmal werde ich alles klar erkennen, so deutlich, wie Gott mich jetzt schon kennt.

Liebe Grüsse
Chestnut

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Merciful

55, Männlich

  Urgestein

Beiträge: 2527

Re: Wahrheit im Evangelium nach Johannes

von Merciful am 02.09.2022 21:20

Leah schrieb: Wir erkennen Stückweise, aber die einzelnen Stücke durchaus exakt und genau, ...

Denn jetzt sehen wir alles in einem Spiegel, in rätselhafter Gestalt, dann aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich ganz erkennen, wie ich auch ganz erkannt worden bin.
 
(1. Korinther 13,12; Zürcher Bibel 2007)
 
Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.
 
(1. Korinther 13,12; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
'Rätselhafte Gestalt' und 'dunkles Bild' klingen aber nicht gerade nach 'exakt und genau'.
 
Merciful

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Leah
Gelöschter Benutzer

Re: Wahrheit im Evangelium nach Johannes

von Leah am 02.09.2022 18:56

Hallo Merciful,
interessante Frage. Ich würde spontan sagen: 
Wir erkennen Stückweise, aber die einzelnen Stücke durchaus exakt und genau, weil uns der heilige Geist Schritt für Schritt in die ganze Wahrheit leitet.

Die ganze Wahrheit bezieht sich, meine ich, in erster Linie auf Gotteserkenntnis, denn alles ist zu ihm hin erschaffen, also auch die Schöpfung weist auf ihn hin und nicht nur die Schrft.

Über den Rest, den Du geschrieben hast, muss ich erst nachdenken.

Leah

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Merciful

55, Männlich

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Beiträge: 2527

Wahrheit im Evangelium nach Johannes

von Merciful am 02.09.2022 18:29

Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten;
denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden,
und das Kommende wird er euch verkündigen.
 
(Johannes 16,13; Elberfelder Bibel 2006)
 
Wenn er aber kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten;
denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden,
und was kommen wird, wird er euch kundtun.
 
(Johannes 16,13; Zürcher Bibel 2007)
 
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten.
Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört,
und euch verkünden, was kommen wird.
 
(Johannes 16,13; Einheitsübersetzung 2016)
 
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten.
Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden,
und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
 
(Johannes 16,13; Lutherbibel 2017)
 
Vom Wortlaut her war mir die Übersetzung, die die Elberfelder Bibel hier gibt, vertraut. Sowohl die Elberfelder Bibel als auch die Zürcher Bibel weisen darauf hin, dass die hier hervorgehobenen Unterschiede auf unterschiedlichen Textüberlieferungen beruhen.
 
Ich vermute, dass dieses Wort Jesu häufig missverstanden worden ist. Denn es geht hier doch wohl eher nicht darum, in die ganze Lehre Jesu und der Apostel geleitet zu werden. Noch weniger werden Jünger in der Nachfolge Jesu allwissend.
 
Das menschliche Erkennen und Verstehen bleiben Stückwerk (1. Korinther 13,9) und die grundsätzliche Begrenztheit des Menschen bleibt dessen Merkmal, solange er auf Erden weilt.
 
Zudem werden Christen durch die Nachfolge Jesu und das Wirken des Geistes nicht automatisch zu Experten in sämtlichen Bereichen und auf allen Gebieten des Lebens.
 
Daher stellt sich mir aber die Frage: Wenn ich etwa auf solchen Gebieten wie der Geographie, der Geschichte, der Mathematik oder der Physik lerne und mir Kenntnisse anzueignen suche - bin ich dann unter Umständen quasi auf mich allein gestellt?
 
Denn das Wirken des Geistes zielt nach meinem Verständnis vornehmlich auf Sündenerkenntnis und Gemeinschaft mit Gott, auf Wachstum im Glauben (Erkenntnis, Früchte, Gaben), Heiligung und Bewahrung auf dem Weg des Lebens.
 
Diese Gemeinschaft bedeutet Gemeinschaft im Licht und in der Wahrheit - sie erfordert von den Jüngern und Jüngerinnen Jesu sowohl Demut und Wahrhaftigkeit als auch Liebe und Treue zu Gott.
 
Allerdings lese ich auch:
 
Und der HERR redete mit Mose und sprach:
Siehe, ich habe mit Namen berufen Bezalel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda,
und habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, mit Weisheit und Verstand und Erkenntnis
und mit allerlei Fertigkeiten, kunstreich zu arbeiten in Gold, Silber, Bronze,
kunstreich Steine zu schneiden und einzusetzen
und kunstreich zu schnitzen in Holz,
um jede Arbeit zu vollbringen.
 
(2. Mose 31,1-5; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Merciful

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blessings44
Gelöschter Benutzer

Re: Fröhliche Worte, die wohl tun !

von blessings44 am 02.09.2022 17:52

Gott ist treu

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