Psalm 119 und Galaterbrief

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Merciful

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Psalm 119 und Galaterbrief

von Merciful am 15.04.2024 14:30

007 Ich will dich mit aufrichtigem Herzen preisen, wenn ich die Gesetze deiner Gerechtigkeit lerne.
 
013 Mit meinen Lippen zähle ich auf alle Gesetze deines Mundes.
 
020 Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach deinen Gesetzen allezeit.
 
030 Den Weg der Wahrheit habe ich erwählt, deine Gesetze stehen mir vor Augen.
 
039 Wende ab meine Schmach, vor der mir graut, denn deine Gesetze sind gut.
 
043 Nimm nicht meinem Mund das Wort der Wahrheit, denn ich hoffe auf deine Gesetze.
 
052 Ich gedenke deiner ewigen Gesetze, HERR, und ich finde Trost.
 
062 Mitten in der Nacht stehe ich auf, dich zu preisen für die Gesetze deiner Gerechtigkeit.
 
075 Ich habe erkannt, HERR, dass deine Gesetze gerecht sind und du mich aus Treue gebeugt hast.
 
091 Nach deinen Gesetzen bestehen sie bis heute, denn das All ist dir dienstbar.
 
102 Von deinen Gesetzen bin ich nicht abgewichen, denn du hast mich unterwiesen.
 
106 Ich habe geschworen und bekräftigt, zu halten die Gesetze deiner Gerechtigkeit.
 
108 Nimm, HERR, die Opfer meines Mundes gnädig an, und lehre mich deine Gesetze.
 
120 Mein Leib erschauert aus Angst vor dir, und vor deinen Gesetzen fürchte ich mich.
 
137 Du, HERR, bist gerecht, und recht sind deine Gesetze.
 
149 Höre meine Stimme in deiner Gnade, schenke mir Leben, HERR, nach deinen Gesetzen.
 
156 Reich ist dein Erbarmen, HERR, schenke mir Leben nach deinen Gesetzen.
 
160 Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und ewig gilt das ganze Gesetz deiner Gerechtigkeit.
 
164 Siebenmal des Tages lobe ich dich um der Gesetze deiner Gerechtigkeit willen.
 
175 Meine Seele möge leben und dich loben, und deine Gesetze mögen mir helfen.
 
(Psalm 119; Zürcher Bibel 2007 [(C) Theologischer Verlag Zürich])
 
001 Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HERRN wandeln!
 
018 Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.
 
029 Halte fern von mir den Weg der Lüge und gib mir in Gnaden dein Gesetz.
 
034 Unterweise mich, dass ich bewahre dein Gesetz und es halte von ganzem Herzen.
 
044 Ich will dein Gesetz halten allezeit, immer und ewiglich.
 
051 Die Stolzen treiben ihren Spott mit mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz.
 
053 Zorn erfasst mich über die Frevler, die dein Gesetz verlassen.
 
055 HERR, ich gedenke des Nachts an deinen Namen und halte dein Gesetz.
 
061 Der Frevler Stricke umschlingen mich; aber dein Gesetz vergesse ich nicht.
 
070 Träge wie Fett ist ihr Herz; ich aber habe Freude an deinem Gesetz.
 
072 Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber als viel tausend Stück Gold und Silber.
 
077 Lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe; denn ich habe Freude an deinem Gesetz.
 
085 Die Stolzen graben mir Gruben, sie, die nicht tun nach deinem Gesetz.
 
092 Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend.
 
097 Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich sinne ich ihm nach.
 
109 Mein Leben ist immer in Gefahr; aber dein Gesetz vergesse ich nicht.
 
113 Ich hasse die Wankelmütigen und liebe dein Gesetz.
 
126 Es ist Zeit, dass der HERR handelt; sie haben dein Gesetz zerbrochen.
 
136 Wasserbäche fließen aus meinen Augen, weil man dein Gesetz nicht hält.
 
142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.
 
150 Meine arglistigen Verfolger nahen; sie sind fern von deinem Gesetz.
 
153 Sieh doch mein Elend und errette mich; denn ich vergesse dein Gesetz nicht.
 
163 Lügen bin ich feind, und sie sind mir ein Gräuel; aber dein Gesetz habe ich lieb.
 
165 Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.
 
174 HERR, mich verlangt nach deinem Heil, und an deinem Gesetz habe ich Freude.
 
(Psalm 119; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
An den Stellen, an denen die Lutherbibel den hebräischen Begriff mit Gesetz (Singular) übersetzt,
verwendet die Zürcher Bibel den Begriff Weisung.
 
Dort, wo die Zürcher Bibel den hebräischen Begriff mit Gesetze (Plural) übersetzt,
verwendet die Lutherbibel entweder den Begriff Ordnungen (13 mal) oder aber Urteile (7 mal).
 
Eigentlich möchte ich hier den Psalm 119 mit dem Galaterbrief vergleichen.
 
Es ist recht deutlich, wie unterschiedlich doch der Psalmist einerseits und Paulus andererseits vom Gesetz sprechen.
 
Offenbar sind es jene Verse, in denen die Lutherbibel mit Gesetz und die Zürcher Bibel mit Weisung übersetzt,
in denen von der Tora (Gesetz, Lehre, Unterweisung) die Rede ist.
 
Daher werde ich wohl vornehmlich diese Verse mit den Aussagen des Paulus vergleichen.
 
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Re: Psalm 119 und Galaterbrief

von Merciful am 15.04.2024 21:14

2,16
Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern
durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen,
damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes;
denn durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch gerecht.
 
2,19
Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe.
Ich bin mit Christus gekreuzigt.
 
2,21
Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn durch das Gesetz
die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.
 
3,2
Das allein will ich von euch erfahren:
Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?
 
3,5
Der euch nun den Geist darreicht und wirkt solche Taten unter euch,
tut er's durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?
 
3,10-14
Denn die aus des Gesetzes Werken leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben:
»Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er's tue!«
 
Dass aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn »der Gerechte wird aus Glauben leben«.
Das Gesetz aber ist nicht »aus Glauben«, sondern: »der Mensch, der es tut, wird dadurch leben«.
 
Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns –
denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt« –,
auf dass der Segen Abrahams zu den Heiden komme durch Christus Jesus
und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.
 
3,17-24
Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt worden ist, wird nicht aufgehoben durch das Gesetz,
das vierhundertdreißig Jahre danach gegeben wurde, sodass die Verheißung zurückgenommen würde.
 
Denn wenn das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben;
Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt.
 
Was soll dann das Gesetz?
 
Es wurde hinzugefügt um der Übertretungen willen, bis der Nachkomme käme,
dem die Verheißung gilt; verordnet wurde es von Engeln durch die Hand eines Mittlers.
 
Ein Mittler aber ist nicht Mittler eines Einzigen, Gott aber ist Einer.
Wie? Ist dann das Gesetz gegen Gottes Verheißungen? Das sei ferne!
 
Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben worden wäre, das lebendig machen könnte,
käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz.
 
Aber die Schrift hat alles eingeschlossen unter die Sünde, damit die Verheißung
durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die glauben.
 
Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und eingeschlossen,
bis der Glaube offenbart werden sollte.
 
So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin,
damit wir durch den Glauben gerecht würden.
 
4,4-7
Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan,
auf dass er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen.
 
Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft:
Abba, lieber Vater!
 
So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.
 
4,21-22
Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: Hört ihr nicht das Gesetz?
Denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd und einen von der Freien.
 
4,31
Darum, Brüder und Schwestern, sind wir nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.
 
5,3-4
Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist.
Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, aus der Gnade seid ihr herausgefallen.
 
5,14
Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!«
 
5,18
Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.
 
5,22-23
Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit;
gegen all dies steht kein Gesetz.
 
6,2
Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
 
6,13
Denn nicht einmal sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz, sondern sie wollen,
dass ihr euch beschneiden lasst, damit sie sich eures Fleisches rühmen können.
 
(Brief des Paulus an die Galater; Lutherbibel 2017 [(C) Deutsche Bibelgesellschaft])
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.04.2024 11:31.

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Re: Psalm 119 und Galaterbrief

von Merciful am 20.04.2024 20:36

Für den Psalmisten bedeutet das Gesetz Freude, Trost, Frieden, Kraft und Leben.
 
Die Gesetze leiten den Psalmisten in die Wahrheit, sie sind der Grund und das Ziel seiner Sehnsucht.
 
Sie sind der Gegenstand seiner täglichen Betrachtung und seines Nachdenkens.
 
Sie werden zur Quelle seines Lobpreises der Gnade und Barmherzigkeit Gottes.
 
Für den Apostel Paulus ist das Gesetz der Zuchtmeister gewesen.
 
Das Gesetz hat über ihn das Todesurteil gefällt.
 
Er ist gestorben, war tot in Sünden und ist auferstanden durch Glauben.
 
Das Leben wurde ihm geschenkt durch den Geist, der den sterblichen Leib lebendig macht.
 
Der auch die Frucht der Liebe in ihm wirkt, die das Gesetz erfüllt.
 
So unterschiedlich die Worte des Psalmisten und des Apostels auch zu sein scheinen -
 
eines hatte auch der Psalmist bereits verstanden:
 
Er empfing die Gebote und Gesetze als Gnadengaben des Gottes Israels.
 
Er betrachtete die Gesetze nicht als unerbittliche Forderungen, an denen er nur scheitern konnte.
 
Vielmehr gaben sie ihm hilfreiche Orientierung und zielführende Wegweisung.
 
Für ihn waren die Gebote keine lästige Einengung seines Lebens, vielmehr eine befreiende Kraft.
 
Daher geriet ihm das Gesetz nicht zum Fluch, vielmehr zu einem Segen und zu seinem Heil.
 
Merciful

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.04.2024 20:39.

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