Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

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Rapp
Gelöschter Benutzer

Re: Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

von Rapp am 23.02.2016 10:59

Schau Henoch,

bei den 10 Geboten kommt der eigentliche Charakter des Gesetzes ins Licht: es geht um meine Beziehung zu Gott und nicht um ein drohendes "du sollst". Genau übertragen steht z.B. Ich bin der Herr, dein Gott. Nicht wirst du andere Götter neben mir haben. Nicht wirst du stehlen, morden, lügen usw. Nicht wirst du... nein, das tust du nicht, weil ich dein Gott bin und wir uns lieben. So gesehen sind Gottes Gebote auch gar nicht schwierig zu halten. Und wenn mir dann ein Patzer passiert? Da gehe ich damit zu Vater, sag ihm was ich angestellt habe und ich darf erleben, dass seine Gnade größer ist als mein Vergehen.

Ich lebe aus Gnade, ich leb' in der Gnad', ich leb' durch die Gnade des Herrn!!

Willy

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Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

von Henoch am 23.02.2016 11:46

Hallo Rapp,

ja, genau. Allerdings ist es so, dass nur der, der sich auf die Gnade stützt, durch die Erlösung in der Gnade leben darf. Deshalb heißt es, dass Jesus Christus das Ende des Gesetzes ist. Jetzt kann ich durch ihn und in seiner Liebe vieles so machen, wie es ihm gefällt, aus einem liebenden, aber vor allem geliebten Herzen heraus. Und seine Gnade ist immer größer, als mein Versagen.

Wenn ich aber meinen würde, ich müsse die Gebote halten, um den Himmel zu verdienen, dann darf ich das schon, nur dann muss ich das auch, denn dann würde ich zu denen gehören, die unter  dem Gesetz stehen weil sie nicht erlöst sind. Für die ist es wichtig, das Ausmaß der Aufgabe vor Gott genau zu kennen. Denn er sagt schlicht: "Seid heilig, denn ich bin helig und seid vollkommen, denn ich bin vollkommen. Deshalb tätigt die Schrift auch so viele Aussagen im SOLL, die uns klar machen sollen, dass wir es nicht können.

Die 10 Gebote und auch alle anderen sind also ein SOLL, ja ein MUSS für jeden, der die Vergebung nicht in Anspruch nimmt. Daran wird er gemessen und eine einzige Sünde verdammt ihn. Der, der die Gnade in Anspruch genommen hat, ist frei von der Verdammnis, geborgen und gerettet in der Liebe des Retters und für den ist es ein WIRST, denn der Herr selbst bewirkt in uns ein neues Wesen, das anders wollen und vollbringen kann.

Sollten wir aber, wie die Galater, in die Gesetzlichkeit zurückfallen, gilt auch für uns, dass wir gerichtet werden nach dem Maß, mit dem wir den Anderen gerichtet haben. Es wird Konsequenzen haben, wenn auch nur für unser irdisches Leben. Denn den Himmel hat uns unser lieber Heiland schon versprochen. Deswegen sagt Paulus im Brief an die Galater, "ihr seid aus der Gnade gefallen". (Nicht aus der Rettung).

Aber, lieber Bruder im Herrn, DU weißt das ja schon.

Henoch

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marjo
Gelöschter Benutzer

Re: Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

von marjo am 23.02.2016 12:02

Deswegen sagt Paulus im Brief an die Galater, "ihr seid aus der Gnade gefallen". (Nicht aus der Rettung).

Gnade und Rettung trennen zu wollen halte ich für schwierig. In der Schrift finde ich kein Beispiel das mir sagt, dass "aus der Gnade fallen" nur Auswirkungen für das Leben auf Erden hat.

gruß, marjo

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solana

-, Weiblich

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Re: Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

von solana am 23.02.2016 12:21

Ein wichtiger Satz zur Aufgabe/Funktion der Gesetze und Gebote steht hier:

Röm 3,20 weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Durch das Gesetz erkennen wir, was Sünde ist.
Und wir sollen uns von der Sünde abwenden.

Aber - noch viel wichtiger - wir erkennen auch, dass wir auf Gnade angewiesen sind.

Das Gesetz ist uns nicht dafür gegeben, dass wir uns anhand des Gesetzes selbst für "gerecht vor Gott" erklären sollen (So wie es der Pharisäer im Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner tat).
Sondern, um zu erkennen - wie der Zöllner - dass wir Gnade und Vergebung brauchen und sie erbitten.
Und uns dann mit Gottes Hilfe von dem abwenden, was wir als Sünde erkennt haben.
Wir leben "aus der Vergebung" und "strecken uns nach der Vollkommenheit":

Phil 3,13 Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist,
14 und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.

Nicht auf die Sünde "dahinten" - die durchs Gesetz als solche entlarvt wurde - soll unser Blick gerichtet sein, sondern nach vorne, aufs Ziel.
Und wenn wir - aufgrund unserer Unvollkommenheit - wieder einmal ins Straucheln geraten sind, dann dürfen wir auch das vor Gott bringen und "dahinten" lassen. Ganz befreit unseren Weg nach vorne gehen, weil wir "ergriffen" sind und gehalten werden.
Nicht weil wir aufgrund unserer Sündlosigkeit auf unsere eigene Gerechtigkeit vor Gott pochen.
Gruss
Solana 

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

von Henoch am 23.02.2016 12:47

Hallo Marjo,

wir werden durch die Gnade gerettet und sind berufen, in der Gnade zu wandeln und auch unsere Seelen bezüglich unserer Vollendung in Wachstum und Heiligung dem Herrn und seiner Gnade anzuvertrauen. Deshalb heißt es zu Beginn des Galaterbriefes sinngemäß: "Im Geist habt ihr begonnen und im Fleisch wollt ihr vollenden, ihr unverständigen Galater...?"

Man kann nicht aus der Gnade der Rettung fallen, wenn man sie einmal hat, aber man kann aus der Gnade des Wachstums/der Heiligung fallen, wenn man wieder gesetzlich unterwegs ist. Und weil ein gesetzlich denkender Mensch auch richtet, wird er gerichtet. Das ist übrigens ein Erfahrungswert meinerseits.

Allerdings, und das entnehme ich auch dem Galaterbrief, wer noch gar nicht errettet ist und den Weg des Gesetzes sucht, der fällt aus der Gnade auch in dem Sinne, dass er des Gesetzes schuldig wird und damit auch die Gnade der Errettung gar nicht erst erhält.

Zumindest verstehe ich das so...

Henoch

 

 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.02.2016 12:47.

marjo
Gelöschter Benutzer

Re: Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

von marjo am 23.02.2016 14:20

Liebe Henoch,

Man kann nicht aus der Gnade der Rettung fallen, wenn man sie einmal hat, aber man kann aus der Gnade des Wachstums/der Heiligung fallen, wenn man wieder gesetzlich unterwegs ist.


erneut kann ich nur das sagen, was ich weiter oben schrieb

Gnade und Rettung trennen zu wollen halte ich für schwierig. In der Schrift finde ich kein Beispiel das mir sagt, dass "aus der Gnade fallen" nur Auswirkungen für das Leben auf Erden hat.

da diese Aussage mangels Entkräftung weiterhin Bestand hat.

Natürlich achte ich Deinen Standpunkt bezüglich dieses Themas. Ich gebe zu bedenken: Der "Tonfall" den Paulus im Galaterbrief anschlägt ist so ernst, dass es allein aus diesem Grund schon nicht wahrscheinlich ist von einer so begrenzten Konsequenz wie das irdische Leben auszugehen. Dies wird schon dadurch deutlich, dass der Brief an die Galater der einzige Brief des Paulus ist, an dessen Anfang keinerlei Lob an die Adressaten zu finden ist. Es ist nicht nur die "aus der Gnade gefallen" Wendung in diesem Brief. Gala 5,4 ist in seiner Gesamtheit noch viel ernster:

Galater 5,4: "Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen."

Diese Aussage abzuschwächen erscheint mir keine gute Idee, da der Ernst der Lage in der sich die Galater befanden, kaum mit anderen Worten zu beschreiben war.

Gruß,
marjo

 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.02.2016 14:23.

solana

-, Weiblich

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Beiträge: 4164

Re: Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

von solana am 23.02.2016 14:45

Hallo Henoch und Marjo
In dem Zusammenhang muss ich an das denken, was Paulus - traurig - über die Juden sagt, die durchs Gesetz Gerechtigkeit vor Gott erlangen wollen:

Röm 10,3 Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und suchen ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten und sind so der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan.

Wer seine eigene Gerechtigkeit vor Gott aufzurichten versucht, lehnt damit automatisch die angebotene Gnade ab. Der unterwirft sich nicht Gottes Gerechtigkeit und der kann vor Gott nicht bestehen.

Auch hier sagt Paulus nicht, dass sie Gottes Gerechtigkeit "noch zusätzlich"  zu ihrer selbst aufgerichteten Gerechtigkeit haben könnten - als zusätzliches Gnadengeschenk.
Hier gilt: entweder - oder. Wer sich selbst rechtfertigt, lehnt damit gleichzeitig die Gnade ab. 

Gruss
Solana 

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

von Henoch am 23.02.2016 14:47

Hallo Marjo,

der Galaterbrief behandelt beide Bereiche! Die, die meinten, durch das Halten des Gesetzes erreicht man die Gerechtigkeit, haben die verunsichert, die durch Gnade errettet waren. Wäre diese falsche Lehre in die Gemeinde eingedrungen, hätte das wahrlich schlimme Folgen gehabt.

Paulus spricht im Galaterbrief beide an, gläubige Errettete und ungläubige Gesetzliche.

Ich gebe zu, das genannte Zitat bezieht sich auf die Ungläubigen Gesetzlichen und auf die Folgen für die Gemeinde. Erstere würden damit Jesus verlieren, und zwar unter Umständen endgültig. Ebenso würde diese Lehre die Gemeinde insgesamt gefährden, Ihren Leuchter zu verlieren.

In Galater 5, 16 ist die Stelle, die ich meinte, hier wird formuliert: "Ich sage aber: Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen."

Also, ich versteh das so, wenn wir uns auf die Kraft des Geistes verlassen, der ins uns wirkt aufgrund der Gnade Gottes, dann werden wir geheiligt, verlassen wir uns auf unsere Kraft, also nicht auf die Gnade, dann fallen wir ins Fleisch. Wir alle wissen, dass das die Beziehung zum Herrn betrübt.

Deshalb verwendete ich das "aus der Gnade (hier zur Heiligung) auch hier. Und ich finde, solange ich es erkläre, wie ich es meine, darf ich das, oder nicht?

Henoch

 

 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.02.2016 14:48.

marjo
Gelöschter Benutzer

Re: Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

von marjo am 23.02.2016 15:01

Liebe Henoch,

Deshalb verwendete ich das "aus der Gnade (hier zur Heiligung) auch hier. Und ich finde, solange ich es erkläre, wie ich es meine, darf ich das, oder nicht?

natürlich! Wir beide dürfen hier genau das, was uns die Foreneigentümer erlauben.  Gleiches Recht für alle. Du behauptest Deine Behauptung und ich das Gegenteil.

Ich gebe zu, das genannte Zitat bezieht sich auf die Ungläubigen Gesetzlichen und auf die Folgen für die Gemeinde.

Die Unterscheidung dieser Gruppen kann ich im genannten Brief nicht erkennen. Im Gegenteil. Gleich mit Gal 1,6 geht es ganz zünftig und ganz allgemein mit "ihr" und "der euch berufen hat in die Gnade Christi" los, ohne jede Unterscheidung. Wie erwähnt: Paulus lobt die Gemeinde nicht und zwar im Ganzen. Das ist ein Novum.

Gruß, marjo

 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.02.2016 15:03.

Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Unterschied zwischen Geboten und Gesetzen

von Henoch am 23.02.2016 15:31

Hallo Mario,

da lesen wir den Brief unterschiedlich...macht ja nüscht.

Henoch

 

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