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Re: Evolutionstheorie und 1. Buch Mose - Ein Widerspruch?
von Hyperion am 09.04.2017 10:44Schönen guten Morgen,
zunächst möchte ich gerne meine Dankbarkeit darüber zum Ausdruck bringen, dass sich nun mehr User an der Diskussion beteiligen! Burgen hat da nämlich einen sehr interessanten und beachtenswerten Aspekt in die Diskussion eingebracht, wie ich finde.
Z.B. Ein Stuhl ist Gegenstand des Gesprächs. Jeder der beteiligten Menschen verbindet mit dem Wort Stuhl etwas anderes. Niemand ist sogleich in der Lage, sein eigenes Verständnis bezüglich Stuhl zu überprüfen oder hinterfragen. Also bauscht sich die ganze Situation auf und niemand weiß schlussendlich, warum das nun eskalieren musste und um was es letztlich ging. Denn jeder der Gruppe hatte vor seinem inneren oder äusseren Auge ein Stuhlbild."
Mit diesen leicht verständlichen Worten und dem sehr guten Beispiel darin, bringt Burgen nämlich ziemlich exakt das zum Ausdruck, was ich, in nur leider viel zu komplizierter und offensichtlich trotzdem nicht wirklich verständlicher Form, zum Ausdruck zu bringen versucht hatte. Dafür bin ich Burgen sehr dankbar und möchte gerne ihr oben zitiertes Beispiel aufnehmen und ein klein wenig aus meiner Perspektive heraus vertiefen.
Wenn wir Menschen uns über einen Stuhl unterhalten, dann weiß im Grunde genommen jeder Gesprächsteilnehmer sofort, was mit dem Begriff Stuhl gemeint ist (vorrausgesetzt natürlich, dass er der deutschen Sprache mächtig ist). Und auch wenn eventuell nicht jeder an dem Gespräch Beteiligte exakt dasselbe Vorstellungsbild von einem Stuhl im Kopf hat und der eine deshalb an einen Stuhl mit geschwungenen Beinen denkt, während die andere einen Stuhl mit geraden Beinen vor sich sieht, weiß doch schlussendlich jeder, was von der grundsätzlichen Definition her, ein Stuhl ist - nämlich ein Sitzmöbel mit vier Beinen, darauf angebrachter Sitzfläche und einer Lehne zum anlehnen.
Wie Burgen dann auch ganz richtig meinte, ist es tatsächlich sehr müßig darüber streiten zu wollen, ob ein Stuhl nun z.B. geschwungene oder gerade Beine haben muss, weil selbstverständlich beides möglich ist und die Form der Beine deshalb auch nichts an der grundsätzlichen Definition eines Stuhles ändert. Wenn nun aber jemand behaupten würde, ein Stuhl sei ein Gegenstand dessen Sitzfläche auf dem Boden aufliegt, während seine Beine schräg nach oben ragen und seitlich davon die Lehne angebracht sei, würde er die Wahrheit flugs auf den Kopf stellen und deshalb könnte er fortan auch nicht länger wahrheitsgemäß behaupten, dass er tatsächlich von einem Stuhl spräche. Wichtig und ganz wesentlich bei der Betrachtung eines Stuhles ist also zunächst einmal, dass man unbedingt seine grundsätzliche Definition (also z.B. seine äußere Form, den sinnvollen Aufbau, generell seine Zusammensetzung) beachtet.
Aber über diese grundsätzliche Definition hinaus, ist es außerdem noch wichtig und notwendig, dass man sich bei dem Gespräch über den Stuhl auch über den Kontext bewusst ist, innerhalb dessen man nur sinnvoll über den Stuhl sprechen kann. Denn die Gesprächsteilnehmer müssen sich ja nicht nur hinsichtlich der äußeren Form, die einen Stuhl zum Stuhl macht, bewusst sein, sondern darüber hinaus auch die Kategorie beachten, innerhalb derer ein Stuhl ein Stuhl ist. Und die dem Stuhl angemessene Kategorie, ist die Kategorie der Sitzmöbel und nicht z.B. die Kategorie der Pflanzen oder Lebewesen, obwohl Stühle ja sehr häufig aus Pflanzen (Holz) hergestellt werden und auch Lebewesen (Tiere) vier Beine haben.
Die Bedeutung der Einordnung innerhalb einer bestimmten Kategorie, kann vielleicht durch folgendes Beispiel ein bisschen verdeutlicht werden: Man stelle sich eine Ameise auf Nahrungssuche vor, die an einem Stuhlbein vorbei kommt. Da die Ameise aber viel zu klein ist, um das eine Stuhlbein, den weit entfernt stehenden anderen dreien, zuordnen zu können und sie deshalb auch nicht erkennt, dass sie vor einem Stuhl steht, fragt sie sich natürlich, was ihr da den Weg versperrt. Und da sie eine besonders schlaue Ameise ist, raspelt sie ein kleines Stück von dem Stuhlbein ab und nimmt die so gewonnene Probe gleich mit zum Ameisenlabor, damit sie dort untersucht werden kann. Schon kurze Zeit darauf hält sie den Zettel mit dem Laborergebnis in ihren Händen und ist ganz verblüfft, als sie das Ergebnis liest: Denn der seltsame Gegenstand, der ihr den Weg versperrt hatte, besteht aus Holz. Komisch, denkt sich da die Ameise, so einen seltsamen Baum habe ich ja noch nie gesehen....

Ich hoffe man versteht was ich sagen will. Wenn man sich über die korrekte Kategorie irgendeines Phänomens täuscht, kann man es noch so gründlich untersuchen und seine Zusammensetzung studieren, schlussendlich wird man es doch nicht richtig verstehen. Interessanter Weise verhalten wir Menschen uns aber sehr häufig ganz genauso wie die kleine Ameise in meinem Beispiel. Wir nehmen Proben, nutzen Mikroskope und noch weit kompliziertere Verfahren, um dem Wesen der Dinge auf die Spur zu kommen und doch schließen wir letzlich nicht korrekt, weil es uns hinsichtlich mancher Phänomene einfach nicht möglich ist, sie aus dem korrekten Blickwinkel heraus zu betrachten und ich persönlich finde ja, dass das Universum solch ein Phänomen ist.
Zusammengefasst kann man also sagen, und damit komme ich wieder auf Burgens Beispiel zu sprechen, dass die Gesprächsteilnehmer nur dann sinnvoll über Stühle sprechen können, wenn alle die gleiche Vorstellung hinsichtlich der grundsätzlichen Definition eines Stuhles haben und sich darüber hinaus auch einig sind, diese Vorstellung im Rahmen der korrekten Kategorie zu diskutieren. Wird nur eine dieser Voraussetzungen nicht beachtet, muss es im Laufe des Gesprächs über den Stuhl fast schon zwangsläufig zu Missverständnissen kommen, ja, man kann sich dann eigentlich gar nicht mehr sinnvoll über den Stuhl austauschen.
Diese grundsätzlichen Überlegungen im Hinterkopf behaltend, stellt sich nun die Frage, wie man sinnvoll über den Schöpfungsbericht in der Genesis reden kann (bzw. reden könnte/sollte)? Und diesbezüglich hatte ich ja bereits mehrfach gesagt, dass man das meiner Meinung nach nur innerhalb des Rahmens geisteswissenschaftlicher, also z.B. theologischer und/oder philosophischer Kategorien tun kann. Denn die dem Schöpfungsbericht zugrunde liegenden Kategorien, sind ganz einfach völlig andere, als die Kategorien, die innerhalb der Naturwissenschaften ihre Berechtigung haben.
So ist z.B. "ein Tag", naturwissenschaftlich so definiert, dass damit der Zeitraum beschrieben wird, innerhalb dessen sich die Erde einmal komplett um ihre Achse gedreht hat, sprich 24 Stunden. "Der Tag" in der Genesis ist dagegen auf zweierlei Weise definiert, nämlich zum einen ist mit "Tag" einfach nur das Licht gemeint und zum anderen, wenn der Begriff einen Zeitablauf beschreiben soll, heißt es: es wurde Abend und es wurde Morgen - 1 Tag (vgl. 1.Mose 1,5).
Nun kann man natürlich versuchen, diese unterschiedlichen Verständnisweisen miteinander zu harmonisieren und das Bedürfnis nach solch einer Harmonisierung kann ich auch sehr gut verstehen, aber dabei verstrickt man sich meiner Meinung und Erfahrung nach eigentlich immer in Widersprüche, so dass das Verständnis des Textes schlussendlich nicht klarer, sondern vielmehr trüb und unnötig verkompliziert wird.
Denn spätestens wenn die Genesis erst an Tag 4 die Erschaffung der Sonne, des Mondes und der Sterne beschreibt (also erst nach der Erschaffung der Erde, der Kontinente und der Meere) kann man das unmöglich mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaft, hinsichtlich der Entstehung der Gestirne und Planeten, in Einklang bringen. So oder so wird man dann entweder die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Forschung, oder die Wahrheit des biblischen Textes in Zweifel ziehen müssen.
Wenn man jedoch den biblischen Text unabhängig von der "Kategorie Naturwissenschaft" versteht, ihn also z.B. theologisch/philosophisch untersucht und dabei allegorisch auslegt, entstehen die Widersprüche erst gar nicht. Und da man dann die Sprachbilder der Schöpfungsgeschichte auch nicht mehr eingeengt innerhalb naturwissenschftlicher Kategorien betrachten muss, kann die Interpretation des Textes fortan im Rahmen der der Bibel angemessenen Kategorie erfolgen - und das ist letztlich die Bibel selbst (gemäß des reformatorischen Grundsatzes, dass sich die Bibel selbst auslegt)!
Deshalb machte ich ja auch schon gleich in meinem ersten Post dieses Threads darauf aufmerksam, dass für mich persönlich der Schöpfungsbericht aus der Genesis, untrennbar mit dem Schöpfungsbericht aus dem Johannesprolog und auch Kolosser 1,15-17 verbunden ist. In allen drei Textabschnitten erfährt man nämlich etwas über die Entstehung der Welt, so dass man umfangreiche Informationen darüber gewinnen kann, was es biblisch betrachtet hinsichtlich der Entstehung der Welt zu beachten gilt und für uns Gläubige von Bedeutung ist.
Ich bin mir natürlich darüber bewusst, dass die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse hinsichtlich der Entstehung der Welt und auch der Evolutionstheorie, von einem gläubigen Menschen nicht einfach so ignoriert werden dürfen. Aber ich lasse mich von diesen Erkenntnissen nicht beunruhigen und schon gar nicht in meinem Glauben beeinträchtigen und dazu verführen, das naturwissenschaftliche Welterklärungsmodell als realer anzusehen, als "meinen Gott". Ich nehme sie vielmehr mit Interesse wahr und versuche sie, soweit es mir möglich ist, nachzuvollziehen. Dabei verliere ich aber niemals aus dem Blick, was für mein Leben zentral ist (und das ist alleine Gott) und welche Schlüsse sich denn nun wirklich aus den gewonnenen Informationen ziehen lassen und welche nicht. Und mit ein bisschen Glück, ergeht es mir dann vielleicht sogar noch ein bisschen besser, als der schlauen Ameise....

LG
Daniel
Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch der, der dir gerade gegenübersteht; immer ist die wichtigste Tat die Liebe.
Re: Hauskreis-Miteinander aktuell
von chestnut am 09.04.2017 09:33Denn das Reich Gottes besteht nicht durch die Worte, mit denen man davon erzählt, es lebt durch die Kraft Gottes.
1. Kor. 4.20 (Neues Leben - Übersetzung)
In Korinth schien einiges nicht so zu gehen wie es gut war, deshalb hat Paulus Timoteus dorthin geschickt und schreibt jetzt selbst noch an die Gemeinde.
Wenn man den obgenannten Vers im Zusammenhang liest, geht es darum, dass es in Korinth zwar einige Bibellehrer gab (er nennt sie "Zuchtmeister" oder Erzieher), aber keine Glaubensväter.
Da wurden Worte geredet, sicher auch Worte Gottes, Ermahnungen gegeben, aber sie zeigten keine Wirkung. Sie trafen nicht ins Herz.
Paulus spricht hier vom Unterschied von bestimmt ehrlichen aber vielleicht lieblos dahergeredeteten Ermahnungen, die eben fruchtlos waren - und vom Unterschied der Kraft des Wortes Gottes, das ins Herz eindringt.
Wir möchten heute Abend über diese Kraft des Wortes Gottes nachdenken.
Warum hat das Wort Gottes Wirkung? Was sind die Bedingungen, dass es Wirkung zeigt?
Heute Sonntag Abend, 9. April 2017, 20.30 im Raum Hauskreis-Miteinander
Die Hauskreisteilnehmer sind herzlich dazu eingeladen.
Liebe GRüsse
Cosima und Chestnut
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Oase (38) Ich lasse mich suchen und finden, sagt Gott
von Burgen am 09.04.2017 09:22Guten Tag, zwar etwas kühl, aber wunderbar sonnig...
Heute ist PALMSONNTAG. Wir gehen hinauf, nach Jerusalem.
Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben / Johannes 3, 14-15
Losung
Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen. / Jesaja 44,3
Als die Hohenprieser und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die Jesus tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosianna dem Sohn Davids!,
entrüsteten sie sich und sprachen zu ihm:
Hörst du auch, was diese sagen? Jesus antwortete ihnen:
Ja! Habt ihr nie gelesen:
"Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet"? / Matthäus 21, 15-17
Evangelium Johannes 12, 12-19
Epistel Philipper 2, 5-11
Predigt Markus 14, 3-9 Psalmgebet 22, 23-32
Nun jauchzet, all ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit,
weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit,
zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren
und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht.
(Michael Schirmer)
Burgen
Gelöschter Benutzer
Re: Jesus verstehen
von Burgen am 09.04.2017 09:03Gott, als Schechina wird sich später über den Kopf Jesu, also über den Thron Gottes setzen.
Jetzt sitzt Jesus zur rechten Seite Gottes.
Gott wird so hell scheinen, dass es das Licht, wie wir es heute kennen, nicht mehr geben braucht.
So ähnlich steht es in der Schrift. Die Stelle weiß ich gerade nicht.
Eine Weisheit, wie von Jesus ausgesagt wird, ist sie denn von Gott so geschaffen worden wie Adam, der erste Mensch, wie er uns in der Schrift bekannt gemacht wird, ?
Um in den Riß treten zu können, wurde der "Weisheit" ein fleischlicher, menschlicher Körper gegeben?
Sand, chemische Verbindungen, Energie, Zellen, Atome, Vitamine, Mineralien, usw. , daraus wurde die Hülle des Geistes Gottes geformt? Und der Atem = Odem Gottes bewirkte, dass das Herz schlagen konnte, dass die Weisheit auf 2 Beinen wandeln konnte - wie die ersten Menschen ebenso die Tiere, jeder in seiner Art.?
Selbst die Pflanzen. Der Standort wird zwar nicht verlassen, bei den Bäumen gut zu sehen, dennoch sind sie lebendig und ebenfalls miteinander verbunden.
Sie haben einen "Energie"-Körper, eine Aura, können sich im Winter durch Frostschutz verschließen und im Frühjahr wieder öffnen und erblühen.
Ja, und Jesus ist der Baumeister.
Gruß
Burgen
Re: Jesus verstehen
von Beroeer am 09.04.2017 08:26Hallo Solana,
von Solana
Was ist Jesus dann genau für dich?
ein Mensch wie du und ich
Das auf jeden Fall sicher nicht
Ein besonders guter, sündloser Mensch - Vorbild und Lehrer?
Das trifft alles ohne Frage zu - aber noch viel mehr.
Und solche Aussagen:
1Joh 4,2 Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist von Gott;
machen dann doch überhaupt keinen Sinn. Denn welcher "normale" Mensch wäre denn nicht "im Fleisch gekommen"?
In dem Punkt sind wir uns schon einig, dass Jesus kein "normaler"
Mensch war. Er kam aus dem himmlischen Bereich, das ist
unbestritten.
Aber wer war er dort genau?
Und wer würde er nach seiner Himmelfahrt wieder sein?
Offb 3:14
Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt,
der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge,
der Anfang der Schöpfung Gottes:
Jesus hatte folglich - im Gegensatz zu seinem Vater - einen Anfang.
Er war die erste Schöpfung Gottes und allein dadurch schon
einzigartig.
Über diese erste Schöpfung Gottes schrieb Paulus:
Kolosser 1:15
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
Hebr 1:3 "...der Abglanz seiner Herrlichkeit"
Andere Übers; Abbild oder Abdruck
Jesus ist daher eine Person unfassbarer Herrlichkeit,
aber er ist nicht das "Original!
Jesus ist, wie es weiter heißt
Kolosser 1:15
.... der Erstgeborene vor aller Schöpfung.
Jesus war Gottes erste Schöpfung, sein "Erstgeborener".
Der Begriff "Geborener" bezieht sich auf seine Existenz als Geistwesen,
nicht auf seine Erscheinung (durch Geburt von einer Frau)
auf der Erde. Vor dieser Geburt war Jesus nichtexistent.
Jesus wird speziell von Johannes als "eingeborener" oder "einziger"
Sohn Gottes beschrieben.
Da Jesus ja nicht der einzige Sohn Gottes war, stellt sich wieder
die Frage wie das gemeint ist.
Dem liegt das gr, Wort monogenḗs zugrunde
In meiner Einheitsübersetzung (1980) heißt es in einer Fn. zu
Johannes 3,16 einzig-erzeugt.
(W. Bauer übersetzt es mit „einzig, einzig in seiner Art" oder „einzeln,
allein geboren od. erzeugt".
Das heißt, Jesus war die einzige Schöpfung die Gott allein schuf.
Jede andere Schöpfung kam durch (den geschaffenen Sohn) ins Dasein:
Kol. 1:16
Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist,
das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften
oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.
D. h. an jeder anderen Schöpfung war Jesus beteiligt, sie wurde
zusammen mit seinem Vater geschaffen.
Das wiederum deckt sich mit
1.Korinther 8:6
so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind
und wir zu ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind
und wir durch ihn.
Die bedeutendste Aufgabe die er erfüllen sollte beschreibt Johannes in
1.Johannes 4,9
Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen
eingebornen (monogenḗs) Sohn gesandt hat in die Welt,
damit wir durch ihn leben sollen.
Der Text sagt nicht, dass Gott einen Teil seiner Gottheit von
einer Frau zum Sohn werden ließ.
Er sandte seinen eingebornen / einzigen (monogenḗs
= allein erzeugten) Sohn.
Nach meinem Verständnis ist Jesus also die erste Schöpfung Gottes,
die zweithöchste Person im Universum, über die ganze (andere) Schöpfung,
also auch über alle Enge, der mächtigste Gott, nach seinem Vater,
aber nicht DER einzig wahre Gott.
Herzliche Grüße
Beroeer
Re: Jesus verstehen
von Beroeer am 09.04.2017 07:50Hallo Burgen,
von Burgen
Jesus ist in der Person der Sohnschaft hier auf Erden gewesen.
Gott, der Schöpfer des Universums hingegen im Himmel,
in den wir später ebenfalls kommen werden ...
Gut, ich glaube zu verstehen, wie das gemeint ist.
Nur, wenn man nun Jesu Sohnschaft auf sein irdisches
Leben reduziert und damit vielleicht die untergeordnete
Position zum Vater (im Himmel) erklären will,
erheben sich diese Fragen:
Wieso sollte Jesus dann auch nach seiner Himmelfahrt
ein Haupt über sich haben?
1.Korinther 11:3
Wieso sollten ihm auch nach seiner Himmelfahrt künftige
Ereignisse geoffenbart werden, also Informationen,
die ihm bisher verborgen/verhüllt waren, wenn er doch
nur während seines Erdendaseins Sohn gewesen wäre?
Offenbarung 1:1
mehr dazu in meiner Antwort an Solana.
Herzliche Grüße
Beroeer
Re: Jesus verstehen
von Beroeer am 09.04.2017 07:48von geli
Ich denke, Adam hätte es schon schaffen können - denn Gott fordert ja nichts Unmögliches.
Ja, und Jesus war genauso, wie es Adam hätte sein können.
So sehe ich das auch - dann sind wir in diesem Punkt zumindest auf einem
"Gleis" 
Allerdings - nach dem Sündenfall war es nicht mehr zu schaffen, weil durch
den Sündenfall eine völlig neue Natur in Adam hineingekommen ist.
Richtig.
Interessant ist noch was Paulus in Römer 5:14 über manchen (sündigen)
Nachkommen Adams schrieb Römer 5:14
14 Dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die,
die nicht gesündigt hatten durch die gleiche Übertretung wie Adam,
welcher ist ein Bild dessen, der kommen sollte.
Sogar mancher der unvollkommenen Nachkommen Adams sündigte
nicht in der gleichen Weise wie Adam, der sich willentlich,
wider besseres Wissen, über eine Anordnung Gottes
hinweggesetzt hatte.
Allerdings hatte der Tod eines solchen als Lösegeld und Sühneopfer
für das was der vollkommene Adam verwirkt hatte keinen Wert.
Jeder Nachkomme Adams war ja bereits mit dem Virus "Erbsünde" infiziert,
und daher kein zweiter Adam (bevor jener sündigte) mehr.
Ja, zu wem betete Jesus, wenn er selbst doch Gott war?
Ich verstehe es so:
Jesus war ja nicht "nur" Gott, sondern auch Mensch.
Und als Mensch betete er zu Gott. Als Mensch,
der ja für die Sünden der Menschen starb, betete er zu Gott.
Als Mensch fürchtete er Gott, und hielt seine Gebote.
Vielleicht kann man es vergleichen damit, dass auch David manchmal
zu seiner "Seele" betete und seiner Seele Anweisungen gab:
"Sei nur stille meine Seele, und vertraue..." oder so ähnlich.
David sprach damit quase zu sich selbst und gab sich selbst Anweisungen.
So betete auch Jesus als Mensch quasi zu sich selbst, also zu Gott,
so wie auch David zu sich selbst, zu seiner Seele, sprach.
Ich glaube, ganz können wir Menschen diese Zusammenhänge nicht verstehen
- aber so wird es für mich persönlich einigermassen verständlich,
und so kann ich persönlich die verschiedenen Aussagen über Jesus
als Mensch und Jesus als Gott verstehen. Zumindest im Ansatz...
Ich kann das jetzt zumindest verstehen, wie Du es siehst.
Ich selbst tue mich schwer damit.
Wenn ich versuche das Verhältnis zwischen Gott und Jesus wie dasjenige zwischen
einem Vater und seinem Sohn zu sehen wie wir es kennen, scheint es für mich
einleuchtender und im Kontext stimmiger.
Aber, da gehen unsere Sichtweisen auseinander.
Trotzdem herzliche Grüße
Beroeer
Re: Wassertaufe - ein neues Ritual?
von Lila am 09.04.2017 06:00Schalom Joh832, lieber Daniel!
Für mich liegt der Schlüssel zu deiner Frage beim Titus 3,5
Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, 5 da hat er uns – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit – errettet durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes, 6 den er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Retter, 7 damit wir, durch seine Gnade gerechtfertigt, der Hoffnung gemäß Erben des ewigen Lebens würden.
Titus 3,4-7
Das eintauchen war und ist ein Symbol um unterscheiden zu können zwischen „Rein" und „Unrein". Auch damals, als die Priester sich reinigen mussten, ging es nicht darum nur körperlich rein zu sein.
Zur Sündenvergebung sagt uns Gott:
Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider, und kehrt um zu dem HERRN, eurem Gott; denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade, und das Übel reut ihn.
Joel 2,13
In allem sieht Gott unser Herz. Reingewaschen sind wir nicht durch Wasser, sondern Jeshuas teure Blut. Das Untertauchen ist dann das Zeugnis.
Denn wenn das Blut von Stieren und Böcken und die Besprengung mit der Asche der jungen Kuh die Verunreinigten heiligt zur Reinheit des Fleisches, 14 wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als ein makelloses Opfer Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dienen könnt. 15 Darum ist er auch der Mittler eines neuen Bundes, damit – da sein Tod geschehen ist zur Erlösung von den unter dem ersten Bund begangenen Übertretungen – die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen.
Hebr 9,13-15
Auch der eine Übeltäter, der mit Jesus gekreuzigt wurde, hatte nicht mehr die Möglichkeit zur Taufe, dennoch sagt Jesus:
Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!
Lk 23,43
Du bist mein Schirm und mein Schild; ich harre auf dein Wort.
Psalm 119,114
nennmichdu
Gelöschter Benutzer
Re: Wassertaufe - ein neues Ritual?
von nennmichdu am 08.04.2017 20:45Hallo Pavle,
Tieropfer konnten die Schuld nur zudecken - nicht wegnehmen...
nennmichdu
Gelöschter Benutzer
was Glaube ist
von nennmichdu am 08.04.2017 20:42Hallo Pavle,
kann es sein das du "Glaube" mit unserer Vorstellung einer "Annahme", eines "für wahr" halten gleichsetzt?
Das ist aber Glaube im biblischen Sinne nicht.
Im Hebräerbrief Kapitel 11 lesen wir:
1 Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit (oder Grundlage) dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.
2 Denn durch ihn haben die Alten Zeugnis erlangt.
3 Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten (oder Zeitalter - griechisch Äonen) durch Gottes Wort bereitet worden sind, so dass das Sichtbare nicht aus Erscheinendem (das heißt: aus den Dingen, die mit den Sinnen wahrgenommen werden können) geworden ist.
Wenn du schreibst
dann kann ich dahinter erkennen, das du die Bibelstellen, die du noch nicht verstehst, trotzdem für wahr und richtig halten möchtest, weil du weiß das Gott es insgesamt gut macht und meint mit uns.
Wenn es aber um die Erkenntnis und um Weisheit geht (um die wir bitten können/sollen wenn wir hier Mangel haben) dann sollen wir nicht fruchtleer bleiben, sondern danach trachten. Nicht das wir alles wissen können, aber es geht hier um eine Zunahme von Verständnis.
Wenn ich anderen Zeugnis abgeben möchte, über das was ich glaube, klingt es doch wenig überzeugend, wenn ich lediglich sage, Gott hat halt die Welt in 6 Tagen geschaffen und damit Basta und Ende der Diskussion. Dann sind wir wieder im Mittelalter und warten auf den nächsten Ketzer.


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