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solana

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Beiträge: 4164

Re: Ein reines Gewissen

von solana am 11.09.2017 13:31

Hallo Thomas

Wie ich schon schrieb, sehe ich nicht viel Sinn in Spekulationen, "was hätte sein können, wenn ...." oder darüber, "was Adam und Eva konnten und hatten und was nicht". Und schon gar nicht, Aussage in den Briefen des NT, die sich auf das Unvermögen des gefallenen, fleischlich bestimmten Menschen beziehen, auch auf Adam und Eva vor dem Sündenfall zu lesen.

Wichtig ist doch für uns heute, was Gehorsam und Vertrauen bedeuten und wie wir mir der Unterscheidungsgabe von "gut" und "böse" - die wir nun einmal haben - umgehen.

Und aus dieser Perspektive habe ich meinen Beitrag verfasst.

Und in dieser Perspektive habe ich auch geschrieben, wie Adam und Eva den Wunsch hatten/bekamen, selbst entscheiden zu wollen, was für sie das Beste ist und diese Entscheidung über Gottes Willen stellten - und das Gebot Gottes (von dieser Warte aus) als "Fremdbestimmung" empfanden.

So ist es doch bei uns heute auch: Wir wollen uns "selbst verwirklichen" und empfinden Vorschriften und Gebote (die wir nicht nach kritischer Hinterfragung selbst als "gut" anerkannt haben) als "Fremdbestimmung".

Und wenn wir Gottes Gebote auf diese Weise hinterfragen, dann ist das der erste Schritt zur Entfernung aus der Gemeinschaft mit ihm.
Es ist noch kein Ungehorsam, aber es ist ein Ablehnen seiner grundsätzlichen Autorität über unser Leben.
Wir wollen es in der Hand haben, unsere Entscheidung soll es sein - kein Gehorsam im Vertrauen darauf, dass Gott alles richtig und gut macht und seine Gebote das Beste für unser Leben sind.

Hinter diese Erkenntnis von gut und böse können wir nicht mehr zurück.
Wir können aber vorwärts gehen und in Demut unsere Begrenztheit anerkennen und unser Angewiesensein auf Gott. Und uns wieder neu seiner Herrschaft unterwerfen - dazu "ja" sagen und zu sagen "es ist gut, was du mir geschehen lässt und was du mir schenkst, auch wenn ich es nicht immer sofort erkenne und in mir die Rebellion dagegen aufsteigen will."

Das Gegenteil dazu wäre: Murren und Unzufriedenheit mit Gottes Führung und seinem Willen - so wie es dem Volk Israel immer wieder zum Verhängnis wurde.
Und dann selbst nach Lösungen und Wegen suchen, die nicht in Einklang mit Gottes Willen sind, die uns aber "besser" erscheinen .....

Du darst das gerne anders sehen, wenn du möchtest.
Ich sehe es so und ich mag nicht drüber streiten, wer recht hat .
Jeder muss da wohl seine eigenen Erfahrungen mit Gott machen, die in einen Erkenntnisprozess führen.
Diese "Erkenntnisse" kann man anderen mitteilen und den (logischen) Weg aufzeigen, den man dazu sieht - erkennen muss aber jeder selbst. Und jeder erkennt halt sein Stückchen Stückwerk  .... ich sehe nicht viel Sinn dahinter, nun darüber zu streiten, wessen Stückchen Stückwerk nun "richtiger" und besser" ist ....

Gruss
Solana

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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nennmichdu
Gelöschter Benutzer

Re: Ein reines Gewissen

von nennmichdu am 11.09.2017 12:23

Hallo Solana,



Fakt ist jedoch: Gehorchen kann man, ohne über gut und böse Bescheid zu wissen.



Gottes Gebote erfüllen, ihnen zu gehorchen kann der Mensch grundsätzlich aus eigener Kraft und aus eigenem Vermögen nicht.
Das ist eines von Paulus Hauptthemen im Römerbrief.



Schon allein der Wunsch danach, selbst beurteilen zu können und selbst zu entscheiden, was "gut" und was das Beste für mich ist, ist eine erste Abkehr von diesem Vertrauen, eine erste Abwendung von Gott hin zur "Selbstbestimmung".


"Allein der Wunsch" zeigt hier in Eden die erwachten Begierden des Menschens, der sich am Gebot Gottes rieb.




Dieser Schritt erfolgte bei Adam und Eva bereits vor dem Essen der Frucht das Essen war nur die konsequente und logische Folge davon, weil ihr Urteilsvermögen eben nicht ausreichte, um wirklich richtig beurteilen zu können.


Eva wurde betrogen - sagt uns die Bibel. Das ist richtig. Aber ist das nicht eher ein Hinweis darauf, das der Mensch halt nicht in der Lage ist, hier einem Gebot Gottes treu zu bleiben? Solange ich nicht in der Freiheit stehe, Nein sagen zu können zu dem, was ich als Böse erkannt habe und Ja zu sagen zu dem, was ich als Gut erkannt habe?



Nicht "untertan" zu sein, sondern die "Fremdbestimmung" abzuschütteln.


Adam und Eva waren nicht "Fremdbestimmt". Gott hat ausdrücklich gesagt: Von allen Bäumen im Garten dürft ihr essen! Es gab kein Verbot.

Es gab ein Gebot. Ein Hinweis --- ihr dürft zwar von allen Bäumen essen, doch sollt ihr wissen, das wenn ihr vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen essen werdet, sterben müsst.



Und so entschied Eva - bereits vor dem Essen der Frucht, was "gut" wäre - und stellte diese Entscheidung über das Gebot Gottes: 1. Mo 3, 6 Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre



Du darfst jetzt nicht gleichsetzen das Wissen um Gut (Gott) und Böse (dem Satan) mit einem gut erscheinendem Handeln - zu essen von der Frucht.

Es erschien ihnen gut davon zu essen. Sie erkannten aber erst im Nachhinein, das es schlecht (böse) war.



Jetzt entpuppt sich die Rede der Schlange als Lüge: Sie werden keinesweg so wie Gott und durch ihre aufgetanen Augen erkennen sie als erstes ihre Nacktheit und schämen sich, verbergen sich vor Gott. Wären sie wirklich geworden wie Gott in ihrer Erkenntnis von gut und böse, dann hätte sie die Nacktheit nicht gestört - denn Gott hat sie ja so geschaffen und seine Beurteilung dessen, was er geschaffen hatte, lautete: "sehr gut" (1Mo 1,31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.) Nicht: "Oh, da ist noch ein Makel, der Mensch ist ja nackt!"


Sie SIND doch so geworden wie Gott und sein Engelsgefolge. Das sagt doch Gott selbst ganz deutlich. Siehe sie sind geworden wie unsereins....

Das sie nun erkannten das sie nackt sind, zeigt das sie sich in ihrer Unabhängigkeit (selbst so sein zu wollen wie Gott)  - in ihrer Trennung von Gott - nun als nackt und bloss begreifen/erkennen.

Nacktheit ist solange keine Makel, wie sie ganz natürlich sich im Bezug zu Gott erlebt und nicht auf sich selbst schaut. Im Schauen auf sich selbst erkannten Adam und Eva dann ---im so sein wollen wie Gott --- das ihnen da doch alles fehlte.



Dieser Mangel/Uvollkommenheit ist aber nur da in der Abwendung von Gott,


Aber hatten dann nun Adam und Eva vorher eine "vollkommene" Beziehung zu Gott?

Im Hebräerbrief Kapitel 5 heißt es:

13 Denn jeder, der noch Milch genießt, ist richtiger Rede unkundig, denn er ist ein Unmündiger;
14 die feste Speise aber ist für Erwachsene, die infolge der Gewöhnung geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten wie auch des Bösen.


Von daher kann man in der Geschichte von Adam und Eva auch die Entwicklung des Menschens vom Unmündigem Kind hin zum mündigen Erwachsenen sehen.

Nur das Adam und Eva hier lediglich die Erfahrung gemacht haben, was es heißt, von Gott getrennt zu leben - unter dem Fluch Gottes zu stehen.

Der erst aufgehoben ist in Christus.

Gruß
Thomas

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nennmichdu
Gelöschter Benutzer

Re: Ein reines Gewissen

von nennmichdu am 11.09.2017 11:53

Hallo Cleopatra,


Wenn Adam und Eva vorher ohne heiligen Geist dazu fähig waren, wieso sollte dies ein Gegenargument sein...? Schließlich hatten sie bis dahin noch nicht gesündigt und brauchten den heiligen Geist quasi nicht, da Gott persönlich im Garten war.


Diese Frage berührt die wichtige Thematik inwieweit Adam und Eva vor dem Sündenfall einen freien Willen hatten. Eine Entscheidungskraft also besaßen, der Versuchung/Verführung durch die Schlange zu widerstehen und die Kraft und den "guten" Willen, Gott in seinem Gebot Gehorsam leisten zu können - und zu wollen.

Und genau dies wird uns nun in der Geschichte vor Augen geführt - das Eva sich hat von der Schlange verführen lassen (ein FREIER Wille zeichnete sich dann auch darin aus, das er in der Lage ist Gut und Böse voneinander zu unterscheiden, um dann in diese oder jene Richtung - unbeirrt - zu gehen) und das Adam seiner Frau mehr gehorchte als Gott - da er sich auch auf die Verführung der Schlange einließ.

Also am Geschehen erkennen wir, das Adam und Eva nicht FREI waren in ihren Entscheidungen, sondern das es Begierden gab (sie sich am Gebot Gottes rieben und zur Übertretung reizten) und das es eine Verführung gab ---die sich nicht als solche ERKANNTEN.

Erst nach dem Essen vom Baum der Erkenntnis wird ja davon gesprochen - das sie nun diese Erkenntnis haben (Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist.). Vorher also noch nicht --- was Berooer leider auch nicht wahrhaben möchte...


Vielleicht hilft dir folgende Wahrnehmun: Wieso bekommen wir Menschen jetzt erst dieses große Geschenk und nicht damals schon? Verstehst du, was ich andeuten will? Adam und Eva waren ursprünglich dafür da, sich zu vermehren und die Erde zu überwachen. Dass Gott uns nach der schlimmen Sünde dieses enorme unverdiente Geschenk macht, indem er uns zu seinen Kindern macht, das ist Gottes Entscheidung. Und ab wann dies gilt, eben auch.


Wie du bereits richtig erkannt und gesagt hattest zuvor - Adam und Eva hatten in Eden (vor dem Sündenfall) noch nicht den heiligen Geist - sie hatten noch nicht Jesus (dem Baum des Lebens) aufgenommen/gegessen. Nun wird Jesus aber als Erstlingssohn bezeichnete - der in seinen Jüngern dann viele weitere Gotteskinder nach sich zieht. So wie Jesus auch als neuer Adam bezeichnet wird - entgegen dem alten Adam der in Eden gescheitert ist.

Meine (rhetorische) Frage zielte dann darauf ab, das Adam und Eva nicht - wie Berooer es annehmen möchte - schon die Vollendung dessen zeigten, was Gott sich für den Menschen gewünscht hatten - als ob Gott nun nachbessern musste, weil Adam und Eva nun Kraft ihres (von Beroeer unterstellten freien Willens) nun in Sünde gefallen sind.....


Ich denke ja. Denn hätte es dieses eine Verbot nicht gegeben, dann hätten die Menschen doch garnicht wirklich frei entscheiden können, ob sie gehorchen oder eben nicht.

Hätte es dieses Gebot nicht gegeben, dann hätten Adam und Eva gar nicht gewußt --- DAS SIE BEGIERDEN HABEN, die zur Sünde/zur Trennung von Gott  verleiten...


Röm 7,7 Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2.Mose 20,17): »Du sollst nicht begehren!«


Eine Entscheidung nun ist erst dann frei zu nennen, wenn ich auch die Möglichkeit habe, zu einer Versuchung, zu einer Verführung NEIN zu haben - wenn ich also die Wahl habe.
Wir wissen aber durch das Leben von Jesus Christus, das nur er als Gottes Sohn allein ohne Sünde war. Das nur er allein --- und dann als Erster --- die Freiheit der Entscheidung innehatte und angewandt hatte ( und nur an der Anwendung erkenne ich den freien Willen -- Nein zu sagen zur Verführung des Satans..).
Also haben auch wir nun nur in Christus die Möglichkeit NEIN zu sagen zur Sünde und Ja zu sagen zum Gehorsam Gott gegenüber. Und sind darin frei.

Auch wenn wir darüberhinaus - da wir ja das tun möchten, was Gott tun möchte, wenn uns denn sein heiliger Geist treibt - letztlich dann doch wieder Gott in unserem Willen untertan sind - der ja allein Ursächlich und Frei ist, das zu tun was er will. 


Wir wissen auch nicht, wieviel Zeit von Gottes Verbot bis hin zur Sünde vergangen sind. Vielleicht haben die Menschen ja wirklich jahrelang gehorcht


Es geht hier nicht um eine bestimmte Zeitspanne, in der sie es "geschafft" hätten, Gott Gehorsam zu bleiben. Der Teufel trat an Eva heran und sie erlag der Verführung. Und Adam erlag dem Wunsch seiner Frau, den er zu seinem Wunsch machte.


Konnten Adam und Eva vor dem Gehorsamsbruch Gott als Gut erkennen? In all seinem Wesen, worin er Schuld nicht anrechnet möchte, sondern vergeben will, Gnade erweisen will?

Hier sehe ich eben auch einen gedankenfehler. Vor der Aktion geb es noch keine Schuld, die hätte nicht angerechnet werden müssen, es hätte keine Gnade in diesem Sinne gegeben, auch keine Vergebung. Also mussten sie es auch nicht wissen.


Was ich, zugestandener Weise hier nicht ganz glücklich zum Ausdruck brachte, ist folgendes:

Beroeer behauptet, das der Mensch allein an dem, was Gott für ihn im Garten Eden bereitgestellt hat, nun auch erkennen kann, das Gott gut ist. Und das es sich deswegen lohnen tut, hier diesen guten Gott nicht zu enttäuschen und nun ihm Gehorsam schuldig sein zu müssen.

Erster Gedankenfehler ist nun: Gehorsamkeit Gott gegenüber fordert Gott nie ein. Gehorsamkeit möchte Gott freiwillig von seinen Kindern erleben.

Zweiter Punkt: Gut kann ich nur als Gut bezeichnen, wenn dieses Gutsein auch einen Maßstab erlebt im Sinne von weniger Gut sein oder Böse sein. Gut ohne die Erfahrung oder das Wissen um Böse hat keine Bedeutung. Kann nicht als Gut bezeichnet werden.

Einzig allein noch könnte das Leben als solches von Adam und Eva als Gut erfahren worden sein. Und dieses nun zu verlieren ---- denn wenn ihr davon esst, werdet ihr unaufhaltsam sterben---- etwas "weniger Gutes oder Böses" dann darstellen.

Der Punkt ist aber der, das sie den Tod (so wie Jesus übrigens auch) erst schmecken sollten --wie es in der Bibel heißt... um aus dieser ERFAHRUNG ..aus dieser ERKENNTNIS dann auch Gott voll und ganz erkennen zu können.

Und den ganzen Umfang von Gottes Wesen ---- all seine Liebe, die er Sündern gegenüber erweist --- können wir halt nun jetzt erst erfahren--- erkennen--- dort wo Gott uns unsere Sünden in Christus vergeben hat.

Adam und Eva hatten diese Erfahrung vor dem Sündenfall noch nicht.

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Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Oase (40) unsere Liebe werde immer noch reicher an Erkenntnis und aller Erfahrung. Phil 1,9

von Burgen am 11.09.2017 11:06

Losung 
Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest seines Erbteils;
der an seinem Zorn nicht ewig fesrhällt, denn er hat Gefallen an Gnade!    Micha 7,18 
 

Gott hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war,
und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet.   Kolosser 2,14 
 

Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein;
deswegen - kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein,
deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Tür.
(Johann Andreas Rothe)

Matthäus 12, 1-8
4. Mose 20, 22-29




 

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solana

-, Weiblich

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Beiträge: 4164

Re: Ein reines Gewissen

von solana am 11.09.2017 10:46

Guten Morgen

Es ist natürlich müssig, zu spekulieren, ob Adam und Eva gehorsam bleiben hätten können, wenn sie gewollt hätten und was dann gewesen wäre - denn das kann keiner von uns wissen; wir können uns auch nicht in ihre Lage rein versetzen, die ist zu weit von unserer Lage entfernt. Einmal geöffnete Augen lassen sich nicht mehr so einfach verschliessen und sich vorstellen, wie es wäre, wenn man nie etwas gesehen hätte .....

Fakt ist jedoch: Gehorchen kann man, ohne über gut und böse Bescheid zu wissen.
Auf der Basis des Vertrauens, im Vertrauen darauf, dass das richtig und gut für uns ist, was "geboten" ist und dass das schlecht und falsch ist, was "verboten" ist. Also im Vertrauen darauf, dass derjenige, der Gehorsam fordert, es am besten weiss und dass er es am besten mit uns meint, mit dem, was er anordnet.

Schon allein der Wunsch danach, selbst beurteilen zu können und selbst zu entscheiden, was "gut" und was das Beste  für mich ist, ist eine erste Abkehr von diesem Vertrauen, eine erste Abwendung von Gott hin zur "Selbstbestimmung". Nicht, mit dem Ziel, ungehorsam sein zu wollen, aber mit dem Ziel, es selbst in der Hand zu haben und selbst zu bestimmen, selbst zu beurteilen - und dann selbst zu entscheiden. Nicht "untertan" zu sein, sondern die "Fremdbestimmung" abzuschütteln.

Dieser Schritt erfolgte bei Adam und Eva bereits vor dem Essen der Frucht das Essen war nur die konsequente und logische Folge davon, weil ihr Urteilsvermögen eben nicht ausreichte, um wirklich richtig beurteilen zu können.
Und weil dieses Urteilsvermögen nicht ausreicht und das Vertrauen in Gott auch nicht - darum hatte die Schlange mit ihren Einflüsterungen leichtes Spiel, Misstrauen in Gott wachsen zu lassen und Zweifel daran, dass sein Gebot wirklich gut, wirklich das Beste für die Menschen war. .....

Und so entschied Eva - bereits vor dem Essen der Frucht, was "gut" wäre - und stellte diese Entscheidung über das Gebot Gottes:

1. Mo 3, 6 Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre 

und der Rest folgt dann logischerweise:  Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. 

Jetzt entpuppt sich die  Rede der Schlange als Lüge: Sie werden keinesweg so wie Gott und durch ihre aufgetanen Augen erkennen sie als erstes ihre Nacktheit und schämen sich, verbergen sich vor Gott.
Wären sie wirklich geworden wie Gott in ihrer Erkenntnis von gut und böse, dann hätte sie die Nacktheit nicht gestört - denn Gott hat sie ja so geschaffen und seine Beurteilung dessen, was er geschaffen hatte, lautete: "sehr gut" (1Mo 1,31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.) Nicht: "Oh, da ist noch ein Makel, der Mensch ist ja nackt!"

Wenn man das nun auf geistiger Ebene interpretieren will, kann man vielleicht auch sagen: Sie erkannten sich selbst in ihrem "Mangel", in ihrer Unvollkommenheit.
Dieser Mangel/Uvollkommenheit ist aber nur da in der Abwendung von Gott, wenn der Mensch die Sache selbst in die Handnehmen will, wenn er selbst beurteilen und bestimmen will, wenn er sein Urteil über Gottes Weisung stellt und sogar Gottes Weisungen beurteilt und auswählt, was "gut" für ihn ist und was nicht.

In der Gemeinschaft mit Gott, im vollkommenen Vertrauen und im Einklang mit ihm, ist die Unvollkommenheit aufgehoben, weil Gott  vollkommen wirkt, auch in der Schwachheit und Unvollkommenheit des Menschen (und gereade da besonders mächtig).

Wenn wir in diese Gemeinschaft und in dieses Vertrauen zurückkehren, erfahren wir:

Röm 8,28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.

1Tim 4,4 Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird;
5 denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

Und die Rückkehr in diese Gemeinschaft hat uns Christus ermöglicht.
Er ermöglicht uns, das Himmelreich zu empfangen wie ein kleines Kind - obwohl unsere Augen geöffnet sind wie die eines kritischen, selbstbestimmten Erwachsenen ..... wir gehen also nicht den Schritt zurück in die Unschuld, sondern den Schritt hindurch, und der führt durch "Sterben" und "Auferstehung".

Gruss
Solana

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.09.2017 10:51.

Burgen
Gelöschter Benutzer

Re: Nach Jesu Auferstehung...erkannten Ihn die Jünger nicht gleich

von Burgen am 11.09.2017 10:36

@Hennoch und alle 

1. Im Glaubensbekenntnis proklamieren wir es= hinabgestiegen in das Reich des Todes

2. In den Predigten von Joseph Prince wird darüber verkündigt

3. Epheser 4, 8 - 9
Darum heißt  es (Ps 68,19) :"Er ist aufgefahren zur Höhe, hat Gefangene in die Gefangenschaft geführt und den Menschen Gaben gegeben."
Dass er aber aufgefahren ist, was heißt  das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde?
Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.  

Offb 1, 17a - 8 
Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. 
Ich war tot, und siehr, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel 
des Todes und der Hölle. 

Offb 3, 7 
Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, 
und der zuschliesst, und niemand tut auf. 

An einer anderen Stelle steht, dass die Verantwortlichen im Totenreich in der hintersten Ecke angekettet damit sie sich nicht wieder an die Menschen heranmachen können. 


Gruss Burgen 

   

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.09.2017 10:52.

sandtigeress

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Beiträge: 468

Re: Sätze vervollständigen, zweiter Versuch ;-)

von sandtigeress am 11.09.2017 10:29

... zum Mond fliegen.

Das Wetter ist aber .... 

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Cleopatra
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Re: Ein reines Gewissen

von Cleopatra am 11.09.2017 08:13

Hallo nennmichdu,

ich muss gestehen, aufgrund der Länge habe ich die letzten Beiträge nicht lesen können.
Aber mir ist ein kurzer Beitrag von dir gerade aufgefallen.

Wenn, wie du behauptest hast zuletzt, Adam und Eva Gott gegenüber hätten Gehorsam bleiben können, um dann in Eden sorglos weiter zu leben, warum sind wir Menschen dann erst durch den neuen Adam, durch und in Christus in die Lage versetzt, Gott Gehorsam leisten zu können?

Diese Gedanken verstehe ich nicht.
Wenn Adam und Eva vorher ohne heiligen Geist dazu fähig waren, wieso sollte dies ein Gegenargument sein...? Schließlich hatten sie bis dahin noch nicht gesündigt und brauchten den heiligen Geist quasi nicht, da Gott persönlich im Garten war.

Warum werden wir erst in Christus, durch den heiligen Geist, als Kinder Gottes bezeichnet, wenn Adam und Eva diesen von dir in Vorzug gestellten Status der gehorsamen Geschöpfe (Kinder?) in Eden schon hätten behalten können?

Vielleicht hilft dir folgende Wahrnehmun:
Wieso bekommen wir Menschen jetzt erst dieses große Geschenk und nicht damals schon?
Verstehst du, was ich andeuten will?
Adam und Eva waren ursprünglich dafür da, sich zu vermehren und die Erde zu überwachen.
Dass Gott uns nach der schlimmen Sünde dieses enorme unverdiente Geschenk macht, indem er uns zu seinen Kindern macht, das ist Gottes Entscheidung. Und ab wann dies gilt, eben auch.

Diente der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen nur dazu, hier Adam und Eva in ihrem Gehorsam zu testen?

Ich denke ja. Denn hätte es dieses eine Verbot nicht gegeben, dann hätten die Menschen doch garnicht wirklich frei entscheiden können, ob sie gehorchen oder eben nicht.
Wir wissen auch nicht, wieviel Zeit von Gottes Verbot bis hin zur Sünde vergangen sind.
Vielleicht haben die Menschen ja wirklich jahrelang gehorcht. Die Zeitspanne kennen wir nicht.
Testen ist vielleicht auch ein ungünstiges Wort. Es diente eben dazu, freiwilligen Gehorsam zu erkennen.

Konnten Adam und Eva vor dem Gehorsamsbruch Gott als Gut erkennen? In all seinem Wesen, worin er Schuld nicht anrechnet möchte, sondern vergeben will, Gnade erweisen will?

Hier sehe ich eben auch einen gedankenfehler.
Vor der Aktion geb es noch keine Schuld, die hätte nicht angerechnet werden müssen, es hätte keine Gnade in diesem Sinne gegeben, auch keine Vergebung. Also mussten sie es auch nicht wissen.

Lg Cleo

Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
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Cleopatra
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Re: Kann ein Gläubiger "Messie" oder zumindest unordentlich sein?

von Cleopatra am 11.09.2017 08:03

Hallo ihr lieben,

wenn ihr über Erziehung sprechen möchtet, könnt ihr dann bitte einen neuen Thread aufmachen?

Hier geht es ja um das Thema Ordnung und Unordnung.

Ich habe gerade die Beiträge gelesen und stimme geli zu.

Das waren auch die ganze Zeit meine Gedanken.

Wenn wir mal vom wirklichen Messitum absehen (die eben eine Krankheit ist), dann stellt sich mir die Frage, ob wir Unordnung in anderen Wohnungen wirklich verurteilen dürfen.

Ich kenne ein Paar, wo sehr viel Tierfell in der Wohnung ist, wo in der Küche auch oft Unordnung ist.
Könnte ich die Verueteilen? Niemals, denn sie investieren enorm viel Zeit in den Tierschutz und haben auch schon viele Bedürftige Tiere aufgenommen.

Ich kenne eine Familie, bei der sehr oft Unordnung herrscht.
Könnte ich die verurteien? Nein, niemals, denn die Familie ist schwer krank und hat garnicht so viel Kraft und Energie, leider aber auch kein Geld für eine Haushaltshilfe.

Dann fällt mir eine Familie ein, die geli beschrieben hat.
Könnte ich die verurteilen? Nein, denn sie setzen die Prioritäten einfach anders, zB in die Kinder, in Freunde, oder anderes.

Meiner Meinung nach sind Dinge wie Ordnung eben auch Äußerlichkeiten.

Man sagt ja, dass die Ordnung auch etwas vom Inneren zeigt. Aber es ist eben nicht immer so.
Und ich bin froh, dass du Brighty dich da auch zu Wort gemeldet hast.

Es ist einfach, schnell zu urteilen. Aber wirklich hinter die Fassade zu blicken, die Gründe zu erkennen, die bedürfen vielleicht mehr Zeit und Aufwand, aber die würden sehr oft auch sicherlich die eigene Meinung wieder ändern.

Lg Cleo

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Re: Nach Jesu Auferstehung...erkannten Ihn die Jünger nicht gleich

von Cleopatra am 11.09.2017 07:47

Ich habe mir am Wochenende auch Gedanken um die Fragen gemacht.

Ich denke, dass Jesu Leib auch unbedingt mit augerstehen musste als Beweis.

Die Jünger waren die ganze Zeit bei Jesus, wenn sie nun erzählt hätten, dass Jesus innerlich auferstanden ist, dann hätte dies niemand geglaubt.

Aber sie wurden Zeugen eines großen Wunders, denn niemand sonst konnte von sich aus aus dem Tode auferstehen.

Die Soldaten, die auch Zeugen waren, haben ja noch versucht, zu erzählen, die Jünger hätten den Leib gestohlen.

Ich denke wirklich, es musste sein, als Beweis, damit alle sehen und erkennen, wie mächtig Jesus war.

Lg Cleo

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