Der Sünde gestorben, was heißt das?

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Henoch
Gelöschter Benutzer

Der Sünde gestorben, was heißt das?

von Henoch am 08.01.2015 11:49

Hallo Micha,

ich fand Deinen Beitrag so klasse, dass ich ein Thema aufmachen wollte dazu.

Deshalb stell ich ihn auch hier gleich noch einmal ein:

Micha schrieb:

Die aber des Christus sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und den Begierden" Gal. 5,24

nun das steht nun mal dort, also nehmen wir dies als wahr...

dies ist dann der Weg dahin...
"Haltet dafür, dass ihr der Sünde tot seid, Gott aber lebend in Christus Jesus. Röm. 6,11

Wer sein Augenmerk auf das "Fleisch" mit seinen verscheidensten Neigungen und seiner heimtückischen Wirksamkeit richtet, der hält es in diesem Augenb lick nicht für gekreuzigt und geht nicht von der Tatsache aus, dass er der Sünde gestorben ist.
Wenn wir das Fleisch als einen Gegenspieler betrachten, den man überwinden muss, halten wir es für lebendig.

Stattdessen sollten wir uns bewusst machen, dasss Gott selbst das Fleisch im Tod Christi richterlich zu Tode gebracht hat. Dann werden wir unsere Hilfsquellen in dem auferstandenen und verherrlichten Christus finden und so in Tat und Wahrheit "Gott leben in Christus Jesus".

Der Glaube sieht die Dinge immer vom Standpunkt Gottes aus. Gott betrachtet unseren alten Menschen als im Gericht am Kreuz beseitigt, und Er sieht uns vollständig in Christus.

( ... )

 

Ich denke, dass es wichtig ist, das zu verstehen. Ich fände es schön, wenn wir das in Ruhe zusammen überlegen.

Henoch

 

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.01.2015 12:03.

Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Der Sünde gestoben, was heißt das?

von Henoch am 08.01.2015 12:00

Ihr Lieben,

nun ein paar Gedanken dazu.

Ich habe in Bibelkommentare etwas schönes dazu gefunden v. J.N. Darby. Er schreibt zu Röm 6:

Christus ist gestorben und auferstanden; wir sind auf Seinen Tod getauft. Wir haben teil an Seinem Tode, indem Er unser Leben ist. Der, welcher mein Leben ist, starb, und Er starb der Sünde. Ihn allein erkenne ich als mein Ich an, und als dieses neue Ich halte ich mich dem alten Ich für tot. Diesem neuen Leben nach bin ich Gott lebend, aber in betreff meines alten Menschen mit Christo gestorben; wie sollte ich das Leben des alten Menschen noch leben, wenn ich als solcher gestorben bin? Deshalb, begraben mit Christo durch die Taufe auf den Tod, geziemt es uns, in Neuheit des Lebens zu wandeln. Wenn wir teilhaben an Seiner Stellung, als tot der Sünde, werden wir auch teilhaben an Seiner Auferstehung. Der Apostel sagt nicht, daß wir daran teilhaben, sondern teilhaben werden. Dieses Auferstehungsleben wird in der Herrlichkeit vollendet sein, drückt sich aber schon jetzt in einem neuen Wandel aus, ebenso wie sich die Kraft des Lebens Christi, welche auf bestimmte Weise in Seiner Auferstehung hervortritt, auch in Seinem Wandel auf der Erde wirklich geoffenbart hat. „Indem wir dieses wissen", sagt der Apostel (V. 6), „daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, auf daß der Leib der Sünde abgetan sei" (d. h. auf daß die Sünde in uns als ein Ganzes vernichtet sei) „daß wir der Sünde nicht mehr dienen. Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen (oder gerechtfertigt) von der Sünde". Doch dies erfordert eine nähere Auseinandersetzung.Zunächst muß betont werden, daß der Christ nicht noch erst der Sünde sterben muß, sondern daß er gestorben ist, indem er mit Christo gekreuzigt ist. Weil er nun Christum als Leben bekommen hat, so hält er den alten Menschen für tot. Es sind nicht einzelne Sünden oder Lüste allein, wovon er befreit worden ist, sondern der ganze alte Mensch ist beseitigt, tot, und für tot zu halten durch den Glauben, der nach dem neuen Menschen tätig ist. Wohl ist die Natur des alten Menschen noch in uns vorhanden; unser Gestorbensein mit Christo hat nicht seine Abwesenheit von unserem Wesen zur Folge; aber er herrscht nicht; „daß wir der Sünde nicht mehr dienen".

Für mich bedeutet das, dass ich nicht gegen mein altes "ich kämpfen muss. Das ist gilt schon als tot. Aber ich darf mich nach der Heiligung ausstrecken, einem Wachstum in der Erkenntnis des Christus. Das ist ein positver Impuls mit dem gleichen Ziel. Aber einmal kämpfe ich gegen mich und einmal schaue ich auf den, der schon überwunden hat und mich in seinen Sieg hineinnimmt. Der mich verändert und wachsen lässt. Ein gemeinsamer Prozess in Vertrauen und Liebe.

Wie erlebt Ihr das?

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MichaR
Gelöschter Benutzer

Re: Der Sünde gestorben, was heißt das?

von MichaR am 08.01.2015 12:05

Römer 5,- 6, - 7 sollte man vorher vllt. mal 2-3x durchgelesen haben:

hier der direktlink,klick

d
enn es stimmt schon: wenn wir auf uns schauen oder gegen uns kämpfen haben wir schon verloren!

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.01.2015 12:09.

Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Der Sünde gestorben, was heißt das?

von Henoch am 08.01.2015 12:28

Vieleicht nochmal ganz wichtig: Es geht mir darum, wie ihr das erlebt!!!! Also ganz praktisch.

Henoch

 

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solana

-, Weiblich

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Re: Der Sünde gestorben, was heißt das?

von solana am 08.01.2015 12:47

Hallo Henoch
Ganz praktisch ausgedrückt - aber nicht von mir  - kommt dies für mich dem am Nächsten:

Ps 73, 25 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

Wer das aus vollem Herzen sagen kann, ist in Gott "zur Ruhe gekommen" und aus diesm inneren Frieden kann ihn nichts anderes mehr so verlocken, so dass eine ungestillte Begierde ihn dahin treibt, ihr in die Sünde zu folgen. So dass dies passieren würde:

Jak 1,15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

Solange Begierden lebendig sind, ist das Fleisch noch nicht ganz tot.
Das heisst nicht, dass wir dann noch nicht gerettet wären oder sonstwie einen Makel hätten.

Nur dass darin eben die Quelle der Versuchung steckt (wie Jakobus das so schön beschreibt) und dass wir wissen, was da vor sixch geht und uns nicht gegen das "Absterben" wehren, das durch diese Anfechtungen herbei geführt wird.
Denn es führt uns nicht in "Verlust", sondern in Freiheit. Das erkennen wir aber erst im Rückblick. Dann sehen wir, was uns noch gefangen gehalten hat und erkennen erst, wie wunderbar sich die Freiheit davon anfühlt.
Das ist jedenfalls meine Erfahrung dazu.
Gruss
Solana 

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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MichaR
Gelöschter Benutzer

Re: Der Sünde gestorben, was heißt das?

von MichaR am 08.01.2015 12:52

interessant auch in dem Zusammenhang der Vers aus Phil. wo es heist, das ER es nicht für einen "RAUB" erachtete Gott gleich zu sein...

ist das unsere Einstellung bereits?

Also wenn ich ehrlich bin, was wir ja sein sollen, damit kein "heuchlerischer" Sauerteig reinkommt, dann wäre manches durchaus noch ein Raub, wenn ich dies oder das nicht mehr hätte - allerdings nicht mehr soo schlimm wie früher, wo mir irdisches alles bedeutete. 
Aber ich hab ihm alles anbefohlen und in seine Hände gegeben, meine Anlage, mein PC, mein TV, mein Teleskop uvam. Aber ich durfte es behalten und verwalten...naja meine Autos hab ich nimmer, aber ist schon ok so. derzeit.

und bei euch,- wie ist das bei euch?

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.01.2015 12:56.

Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Der Sünde gestorben, was heißt das?

von Henoch am 08.01.2015 12:54

Hallo Solana,

aber nun nehmen wir mal an, Du bemerkst eine Sünde in Dir. Z.B. dass Du negativ über jemanden denkst. Was machst Du dann praktisch?

Henoch 

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Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Der Sünde gestorben, was heißt das?

von Henoch am 08.01.2015 13:21

Hallo Micha,

ja, das Bewustsein wächst, dass alles IHM gehört und von IHM nur geliehen ist. Trotzdem ertappe ich mich beim "Haben wollen". Praktisch mache ich es so, dass ich froh bin, dass mir vergeben ist und dass ich angenommen bin mit dieser sündigen Wesensart. Und dafür danke ich. Und dann bitte ich darum, dass der Herr meine innere Haltung zum Mammon verändert und mir hilft, einfach nur dankbar zu sein, aus tiefsten Herzen. Ich danke dafür (notfalls mit gemischten Gefühlen), was ich habe und bitte darum, dass er derjenige sein soll, der mein Innerstes satt macht und nicht der Mammon. Immer mehr erlebe ich, dass er mich da verändert. Und immer mehr erfahre ich, dass ich einverstanden sein kann, mit dem, was er mir schenkt und auch mit dem, was er mir nimmt. Ich bleibe im Vertrauen, dass er es gut mit mir meint. Das wächst ganz langsam und das macht mich innerlich ruhig.

Henoch

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solana

-, Weiblich

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Beiträge: 4164

Re: Der Sünde gestorben, was heißt das?

von solana am 08.01.2015 13:28

Henoch schrieb:

aber nun nehmen wir mal an, Du bemerkst eine Sünde in Dir. Z.B. dass Du negativ über jemanden denkst. Was machst Du dann praktisch?

Hallo Henoch
Ganz praktisch läuft das bei mir so ab, dass Gott mir in dem Moment bewusst macht, dass das falsch ist. Ich weiss es ganz genau und spüre es auch durch die Veränderung, die in mir durch diese negativen Gedanken ausgelöst wird.
Es fühlt sich so an, wie in dieser Bibelstelle bechrieben:

Mt 5, 23 Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
24 so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe.

So als ob mir Gott seine Gemeinschaft, seinen Frieden und seine Freude entzieht, solange ich nicht bereit bin, von diesen negativen Gedanken meinem Nächsten gegenüber zu lassen.

Ich kann Gott dann um Hilfe bitten und sie wird mir gewährt.

Aber so richtig los komme ich erst dann, wenn ich "erkannt" habe, was in meinem Ego diese negativen Gefühle geschürt hat.
Und diese Erkenntnis wächst meistens in einer Anfechtungssituation heran und wenn ich dann bereit bin, das "los zu lassen", werde ich so frei davon, dass es mich nicht mehr in der Art angreifen und das negative Denkren mich beherrschen kann.

In dem Sinne, dass die Erkenntnis der Wahrheit mich hier frei macht und die (durch einen Mitmenschen) verletzte Seele heilen kann, auch wenn ich keine "Genugtuung" oder ähnliches von diesem Menschen erhalte.
Gruss
Solana 

angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver

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Henoch
Gelöschter Benutzer

Re: Der Sünde gestorben, was heißt das?

von Henoch am 08.01.2015 13:50

Hallo Solana,

ja, das ist interessant. Auch bei mir ist es erst einmal das "überführt werden". Ein "Was machst Du da?". Früher hatte ich auch das Gefühl, dass mir der Herr nun nicht mehr so nahe wäre. Heute ist das nicht mehr so. Ich weiß, dass ich in Christus angenommen und geliebt bin, immer! Deshalb wende ich mich gleich an ihn. Ich danke, dass mir vergeben ist, ich bitte um Segen für den, der mich verletzt hat und ich bitte darum, dass ich ihm völlig vergeben kann. Es hilft mir auch, zu wissen, dass ich gebeten habe, dass allen immer vergeben ist, die an mir gesündigt haben. Der zweite Schritt ist auch wie bei Dir, der Herr zeigt mir, dass ich deshalb negativ denke, weil sich hier und da das alte ich meldet (Eifersucht, verletzter Stolz, ...). Nun weiß ich, dass ich es als tot betrachten darf. Ich darf es ihm hinhalten und ihn bitten, dass er mich da verändert. Was für mich so schön, so inniglich und so heilig ist, ist, dass ich weiß, dass der Herr und ich jetzt Hand in Hand sind. Ganz nah. Ich weiß, dass er mein Innerstes verändern wird. Ich bin dann ganz glücklich über meinen Heiland, weil sich seine Liebe für mich wieder ganz neu erschließt und weil ich mich da als abhängiges Geschöpf ganz auf ihn verlassen kann. Ja, ich bin sein Werk, alleine IHM zur Ehre. Dieses Wissen, dass ich seine Neuschöpfung bin, auch wenn er mir zuliebe langsam macht, das nimmt mich an sein Herz, lässt mich selig sein und vertrauen, dass er dafür sorgen wird, dass ich in seine königliche Familie eines Tages passe.

Was mir dann bleibt ist "Danke", und die Freude, dass er denjenigen segnen wird, der mich verletzt hat.

Manchmal zeigt er mir auch, dass ich etwas gut machen muss, oh das mag ich nicht so....da brauche ich oft viel Gebet, bis ich bereit bin. Aber mein Heiland ist stärker....Ihm sei Dank. Und ich weiß ja, dass er da mit mir durchgeht - immer. Er hilft mir die rechten Worte zu finden und glättet die Wogen in beiden Herzen.

Henoch

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.01.2015 13:55.
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