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Re: Religiöse Heuchler
von solana am 10.06.2014 13:39Dann frage ich mich erst recht, was diese Sätze denn nun bewirken sollten, wenn im Grunde kein Anlass dazu bestand:
Nun, aus meiner Sicht bestand ein dringender Anlass dazu.
Der Umgangston, der im - nun glücklicherweise entfernten (danke nochmal, Cleo) - Thread über den "singenden Priester" angeschlagen wurde und der - völlig unberechtigterweise - so grosse Verletzungen geschlagen hat durch unsensible Unterstellungen und die Übertragung von vorgefertigen Pauschalurteilen, dass sich ein User hier nicht mehr aufhalten möchte - das ist mir Anlass genug.
Und wenn nun ein Thread eröffnet wird, der genau in diese Richtung weiter führen soll - und diese Art der Vorgehensweise biblisch untermauern und absichern soll - dann kann ich nur sagen: "ohne mich".
Und dagegen werde ich kämpfen, auch wenn die "Starken" - die sich selbst als schon so "geheilt" verstehehen, dass sie nun das Recht und sogar die Pflicht zu haben meinen, über schwächere Menschen zu urteilen - sich dabei auf den Schlips getreten fühlen. Wer selbst stark ist und meint, das Schwert gegen Schwache führen zu müssen, der muss sich auch mit demselben strengen Mass messen lassen - und sich die Frage gefallen lassen, ob er sich in seinem Leben so völlig von jeder "Heuchelei" frei sprechen kann, dass er es wagen darf, andere Menschen "pauschal" zu veruteilen, anstatt sich sachlich mit einzelne Aussagen zu befassen.
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
cipher
Gelöschter Benutzer
Re: Religiöse Heuchler
von cipher am 10.06.2014 13:21Recht und gut. Das bedeutet dann jedoch, Du hältst Dich beispielsweise nicht an Römer 16,17? Nicht an Phil. 3,17-19?
Muss mir mal jemand erklären. Einerseits werden "religiöse Heuchler" benannt - aber das selbstverständlich, ohne ein Urteil über deren Verhalten und Gebaren zu bilden? Es wird "Gemeindezucht" ausgeübt - aber selbstverständlich ohne zu urteilen?
Selbstverständlich kommt irgendwann der Satz: "Gott liebt den Sünder und hasst die Sünde". Darum weist Paulus die Gemeinde an, bestimmte Menschen zu meiden - stimmt's?
Mir scheint immer mehr der Umgang mit dieser Thematik insgesamt ziemlich scheinheilig - sorry, ich meine den Umgang, nicht die Menschen.
Re: Aus dem Matrosen wurde ein Pharisäer
von solana am 10.06.2014 13:09Ja, lieber Pal, ich verstehe dich
.
Die beiden Seiten sind eben nicht auseinander zu reissen - sie bedingen sich gegenseitig und führen damit in die "Dynamik" des christlichen Lebens, heraus aus der "Erstarrung" in der falschen "Sicherheit", die ein fein gewobenes Netz von "Glaubenssätzen" bringen kann, mit denen man sich selbst in seiner "Position" einschliesst und die zu einem "Panzer der Selbstgerechtigkeit" werden können.
Und zwar in beide Richtungen, je nachdem, was man einseitig überbetont.
Es gibt sowohl "selbstgerechte Pharisäer", die meinen, desArztes nicht mehr zu bedürfen als auch "Superfromme", die sich selbst darin gefallen, in "falscher Demut" im Staub liegen zu bleiben und versuchen, alle mit hinunter zu ziehen - dann wird die "Demut" zum "Verdienst" hochstilisiert....
Und sie handeln ganz genau so wie die "heuchlerischen Fastenden", die mit leidender Verzichtsmiene an öffentlichen Plätzen stehen und sich von Menschen für ihr "Leiden" bewundern lassen:
Mt 6, 16 Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
17 Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht,
18 damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
Ich meine jetzt nicht, dass du so etwas tust, aber die einseitige Überbetonung kann andere Menschen in diese Richtung schubsen, wenn bei der Verkündigung nicht auch die andere Seite dazu gesagt wird.
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Re: Aus dem Matrosen wurde ein Pharisäer
von Pal am 10.06.2014 13:04Wobei ich heute, aus dem Resümee meines eigenen Lebens, sagen würde:
Ohne Tod kein Leben, ohne (Selbst-)Zerbruch keine Gottesfülle!
Eben weil wir nicht zwei Herren gleichzeitig dienen können. Entweder wir werden selbstverliebt oder gottverliebt leben. Ton und Eisen mischt sich nicht...
Re: Religiöse Heuchler
von solana am 10.06.2014 12:53nennen bitte Ross und Reiter.
Genau darum geht es mir - eben nicht "Reiter" mit ihren "Rössern" an den Pranger zu stellen.
Sondern "sachbezogen" diskutieren.
Ich meine gar niemandem im Besonderen - und schon gar nicht StephanS, dessen Zitat ich in einem anderen Thread dazu aufgegriffen habe, gerade ihn schätze ich nicht als "Elefanten im Porzellanladen" ein.
Vielleicht verstehst du durch diesen Beitrag eher, was ich meine (ich kopiere ihn rein, damit du nicht lange suchen musst):
Wenn ich mir vorstelle, dass Jesus alles, selbst das Tische umwerfen im Tempel, aus Liebe zu den Menschen tat, dann muss ich mich schämen, weil ich oft so negativ denke und meine Mitmenschen so wenig liebe.
Guten Morgen
Ja, dieses Bespiel wird oft als Rechtfertigung von Menschen angeführt, die sich das Recht herausnehmen andere durch "unsensible" Kritik zu verletzen.
Es liegt mir fern, zu sagen, sagen, dass Christen ja immer den Mund halten sollen und ja niemandem zu nahe treten. Aber wir sollten uns doch bewusst bleiben, dass wir nicht Jesus sind und dass er uns nicht aufgefordert hat: "Geht in die Gotteshäuser (Bauwerke oder übertragen) und schlagt alles kurz und klein, was da nicht reinpasst.
Wir sollen uns von falschen Lehren fernhalten - dazu müssen wir die "Sache beurteilen" "sachlich fundiert" im Einzelnen die Aussagen widerlegen bzw richtigstellen.
Das ist etwas völlig anderes als Menschen zu "verurteilen".
Wenn man ein "Urteil" über einen Menschen ausspricht, stempelt man ihn ab und legt ihn fest.
Jesus hat Menschen wie dem Schächer am Kreuz noch die Chance bis zu ihrer Todesstunde "offen" gelassen. Wer sind wir, dass wir uns anmassen, diese "Offenheit" durch ein festschreibendes Urteil aufzuheben, indem wir ihnen "absprechen", dass sie "echte Christen" seien.
Gruss
Solana
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cipher
Gelöschter Benutzer
Re: Religiöse Heuchler
von cipher am 10.06.2014 12:24Aber mal Butter bei die Fische - Manch einer - auch Du zumindest im vorigen Beitrag - nimmt sich nicht gerne den Mut, jemanden zu adressieren, wenn er unangenehme Worte loswerden will. Da bleibt's dann gerne beim unverbindlichen "man". Also - wenn Du mich damit meinst, nennen bitte Ross und Reiter. Wenn nicht, solltest Du das so deutlich stellen, dass es keine Zweifel gibt!
Re: Religiöse Heuchler
von alles.durch.ihn am 10.06.2014 12:17![]()
![]()
..ich will den Herrn loben allezeit und seinen Namen preisen! <3
Re: Aus dem Matrosen wurde ein Pharisäer
von Pal am 10.06.2014 12:13Jesus ist nicht gekommen, um uns im Tod stehen zu lassen und den "irdischen Mangel und das Jammertal" durch eine Vertröstung aufs Jenseits erträglicher zu machen, sondern um uns "das Leben und volle Genüge" zu schenken - durch die Vernichtung hindurch...
Ja, liebe Salona, du hast damit durchaus recht!
Dennoch scheint mir unser modernes Christentum von so starkem "Wohlfahrtsdenken" durchtränkt zu sein, das die biblische Perspektive demgegenüber "verblaßt":
1Ko 4:9 Denn mir scheint, Gott hat uns, die Apostel, auf den letzten Platz gestellt. Wie zum Tod verurteilte Verbrecher stehen wir in der Arena. Für die ganze Welt sind wir ein Schauspiel geworden...
Phi 1:21 Denn das Leben heißt für mich Christus und das Sterben Gewinn!
Womit wir dann kaum wirklich etwas anzufangen wissen... Du verstehst mich sicher!
Re: Religiöse Heuchler
von solana am 10.06.2014 12:08Nur - wer sich in einem Forum wie diesem oder anderen anmeldet, um sich dort zu äußern, muss mit solcher und schlimmerer Art von Gegenwind rechnen. Manch einer springt aus einem Forum enttäuscht wieder ab aus genau solchen Gründen. Aber das ist mir an meinem Arbeitsplatz ebenso wiederfahren, wie im Verwandtenkreis - wirklich entgehen kann man solcher Unbill nur dann, wenn man seinen Glauben ganz für sich behalten will - und wer will das, wenn sein Herz wirklich erfüllt - übervoll - ist?
Solchen Angriffen zu entgehen ist m.E. nicht wirklich möglich. Nicht, so lange wir in dieser Welt leben. Dass solche Angriffe von wirklichen oder scheinbaren Geschwistern kommen können, ist auch kein Novum. Nur - sollten wir wirklich das Thema also solches solchen unreifen und ungerechtfertigten Reden opfern? Was sollten wir dann noch alles meiden, weil es zu Missbrauch führen könnte?
Ja, lieber Cipher, so ist nun mal "die Welt".
Aber sind wir Christen denn nicht aufgerufen, uns gerade davon abzusetzen?
Indem wir liebevoller und feinfühliger miteinander umgehen?
Und ich finde es sehr schön dass , dass gerade in diesem Forum hier (zumindest bisher) das übliche "Hauen und Stechen" - möglichst mit "passenden" Bibelstellen untermauert, dass man das Recht habe, sich wie ein Elefant im Porzellanladen zu benehmen - nicht an der Tagesordnung war.
Darum habe ich mich hier angemeldet und mich gefreut, etwas zurückgeben zu können von dem, womit ich durch diese Art Austausch reich beschenkt worden bin, als man mich gefragt hat, ob ich zur Mitarbeit bereit wäre.
Und ich werde darum kämpfen und alles daran setzen, dass auch weiterhin "sensible" Menschen sich hier wohlfühlen können und keiner sich das - biblisch abgesicherte - Recht herausnimmt, "blindwütig" Verletzungen zu schlagen.
Gruss
Solana
angeführte Bibelstellen (soweit nicht anders gekennzeichnet) sind aus Luther 1984/2017 zitiert nach dem Bibelserver
Re: Aus dem Matrosen wurde ein Pharisäer
von solana am 10.06.2014 11:54Ich möchte dir auch herzlich danken, lieber Pal für dein aussagekräftiges Zeugnis, das sehr gut die aktuell diskutierte Thematik erhellt!
Gerade vorgestern bekam ich zu meiner Person die Kritik zu hören, das ich die "dunklen Seiten" der Medallie auf kosten der "hellen Seite" zu sehr überbetone
Ja, wenn man die eine Seite der Medaille zu stark betont, besteht die Gefahr, dass die andere Seite "verblasst".
Denn der "Tod" ist ja nur der "Anfang", er ist das "Tor" ins neue Leben, wir sind nicht auf der Türschwelle "festgenagelt", wir gehen immer neu hindurch aus der "Vernichtung" in die "Fülle".
Und es sind nicht der Tod und der "Mangel", die unser Leben prägen, das Weizenkorn "erstirbt" nicht, um in der Vernichtung zu bleiben bis es irgendwann einmal im Himmel die Herrlichkeit sieht.
Jesus ist nicht gekommen, um uns im Tod stehen zu lassen und den "irdischen Mangel und das Jammertal" durch eine Vertröstung aufs Jenseits erträglicher zu machen, sondern um uns "das Leben und volle Genüge" zu schenken - durch die Vernichtung hindurch:
Röm 5, 10 Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind.
...
17 Denn wenn wegen der Sünde des Einen der Tod geherrscht hat durch den Einen, um wie viel mehr werden die, welche die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, herrschen im Leben durch den Einen, Jesus Christus.
Liebe Grüsse
Solana
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